Schneiders Brille

Als man noch nicht alles googeln konnte

Vorarlberg
31.01.2026 17:25
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

In seiner jüngsten Kolumne blickt Schriftsteller und Autor Robert Schneider auf die Zeiten ohne Smartphones und Suchmaschinen zurück. Zeiten, in denen nicht innerhalb von Sekunden Namen und Daten gegoogelt werden konnten – aber wie hieß gleich noch mal der dritte Mann bei der Mondlandung?

Wie schön waren doch die Zeiten, als man noch nicht googeln konnte! Man saß beisammen, brillierte mit solidem Halbwissen, kam auf irgendein Thema, das alle interessierte. Sagen wir die Filme von Stanley Kubrick. Nur als Beispiel. Es könnte genauso gut die Bienenzucht gewesen sein, die „Scorpions“ oder Herbert Wehner. Halt ein Thema, wo sich jeder berufen fühlte, seinen Senf dazuzugeben … die Mondlandung.

 Glauben Sie, mir wäre der dritte Mann eingefallen, der damals in der Konservendose den Mond umrundete, während Armstrong vorsichtig mit der Spitze seines linken Moonboots am Mondboden scharrte? Ums Verrecken nicht!

Ich weiß ja alles über die Apollo-11-Mission (mein Steckenpferd) und vertrat in der Runde die These, dass es never ever jemals ein Mensch zum Mars schaffen wird, weil der „Spirit“ einfach nicht mehr da ist. Nehmen wir an, philosophierte ich weiter, es wäre Trumps Wunsch, noch in dieser Dekade den Mars zu betreten, aber er geht vor der Zeit über den Jordan, keine Sau würde sich für sein Vermächtnis interessieren. Bei Kennedy war das anders. Eben der Spirit. Aber, verdammt nochmal, wie hieß der dritte Mann im Mond? Das gibts doch nicht!

Jemand in der Runde zückte sein Handy. „Nicht googeln!“, rief ich. „Das muss mir doch noch einfallen.“ Und dann passierte das, was wir alle kennen. Man schraubt sich immer tiefer rein, weiß aber immer weniger. Nein, nicht Alan Shepard. Der war der erste Amerikaner im All. Lovell flog die Apollo-13-Mission. Gene Kranz war nie auf dem Mond … Jemand schlug vor, das Thema ruhen zu lassen. Vielleicht würde mir dann plötzlich der Name wieder einfallen.

Die Kellnerin kam und wollte abkassieren. „Collins!!“, schrie ich sie an. „Mike Collins!!“ Ihr fiel beinahe das Kartenlesegerät aus der Hand.

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