3 Menschen verschüttet

Bei Lawinenkurs von Schneebrett erfasst

Vorarlberg
01.02.2026 14:15
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Mit drei Verletzten – unter ihnen der Tourenführer – endete am Samstag eine Skitour auf die Maroiköpfe in Klösterle in Vorarlberg, die im Rahmen eines Skitouren- und Lawinen-Aufbaukurses über die Bühne gehen sollte. 

Die Gruppe war gegen 13 Uhr Richtung Maroiköpfe aufgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt herrschte im Gebiet Lawinenwarnstufe 3. Alle fünf Gruppenmitglieder waren mit LVS-Geräten, Schaufeln und Sonden ausgerüstet. Beim Aufstieg hielt jeder auf seinem Vordermann rund 40 Meter Sicherheitsabstand ein.

Über felsdurchsetztes Gelände mitgerissen
Nach einem kurzen Aufstieg in der bereits vorhandenen Spur löste sich etwa 80 Meter oberhalb der Gruppe aus zunächst unbekannter Ursache ein Schneebrett. Eine 33-jährige Alpinistin und der 70-jährige Tourenführer wurden von diesem erfasst, über felsdurchsetztes Gelände mitgerissen und komplett verschüttet. Eine 37-jährige Tourengeherin wurde von den Ausläufern des Schneebretts mitgerissen und teilweise verschüttet. 

Die verbliebenen Gruppenmitglieder setzten einen Notruf ab und begannen umgehend mit der Suche nach den Verschütteten. Die 33-Jährige sowie der Tourenführer wurden von nachfolgenden Tourengehern mittels LVS-Geräten geortet und innerhalb von nur wenigen Minuten ausgegraben. Beide waren ansprechbar.

Zwei Hubschrauber vor Ort
Nach der Versorgung durch die Teams der Notarzthubschrauber  Christophorus 8 und Gallus 2 wurde der schwer verletzte 70-Jährige ins Landeskrankenhaus nach Feldkirch geflogen. Die leicht verletzte 33-Jährige wurde ins Dornbirner Stadtspital gebracht. Die teilweise verschüttete Tourengeherin wurde ebenfalls leicht verletzt. Sie begab sich aber selbst in ärztliche Behandlung.

Seitens der Staatsanwaltschaft Feldkirch wurde zur Klärung der Unfallumstände die Beiziehung eines Sachverständigen angeordnet. Nach dem Abschluss der Erhebungen wird ein Abschlussbericht an die Staatsanwaltschaft erstattet.

Skifahrer dürften Lawine ausgelöst haben
Naheliegend ist, dass das Schneebrett durch zwei andere Tourengeher ausgelöst wurde. Die Polizei fand zwei Abfahrtsspuren oberhalb des Anrisses der Lawine. Ein Skifahrer schwang im Bereich der dortigen Wechte ab und dürfte dadurch die Lawine ausgelöst haben. Danach beendete das Duo die Abfahrt und stieg rund 150 Meter Richtung Marioköpfe zurück. Die Polizei bittet die beiden Tourengeher, sich bei der Polizeiinspektion Klösterle zu melden.

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