Der Lebensmittelhändler Unimarkt schließt nun endgültig rund ein Drittel seiner Filialen. Weil auch die Unternehmenszentrale in Traun (OÖ) erheblich verkleinert wird, drohen insgesamt mehr als 300 Arbeitsplätze verloren zu gehen.
Im September hatte der Lebensmittelhändler Unimarkt angekündigt, sich aus dem Filialgeschäft komplett zurückzuziehen. Seitdem wurde nach Nachfolgern gesucht. Nun ist klar: Für rund 30 – 14 davon in Oberösterreich – der bundesweit 90 Filialen gibt es keine Lösung. Sie sperren endgültig zu oder sind bereits geschlossen.
Zusammengezählt 43 Filialen werden von Spar und der Rewe-Gruppe übernommen – für diese Übernahmen gab es nun, wie berichtet, unter Auflagen auch grünes Licht von der Bundeswettbewerbsbehörde.
Verhandlungen zu zehn Filialen laufen weiterhin
Für weitere sechs Standorte konnten laut Unimarkt „tragfähige Perspektiven“ erarbeitet werden, fünf davon sollen als Lebensmittelgeschäfte fortgeführt werden. Und für weitere zehn Filialen laufen nach wie vor Gespräche mit selbstständigen Kaufleuten zu einer möglichen Fortführung. Eine Entscheidung dazu soll bis Ende Februar fallen.
Wir konnten Lösungen erarbeiten, die sowohl wirtschaftliche Rahmenbedingungen als auch die Nahversorgung in vielen Regionen berücksichtigen.

Andreas Hämmerle, Geschäftsführer von Unimarkt
Bild: Martin Wiesler
Hälfte der Filial-Mitarbeiter vor Jobverlust
Mit dem Aus von einem Drittel der Unimärkte kommt nicht nur vielen Regionen ein Nahversorger abhanden, auch Arbeitsplätze gehen verloren. Ursprünglich hatte der Lebensmittelhändler 500 Mitarbeiter aus den Filialen beim AMS-Frühwarnsystem zur Kündigung angemeldet. „Mehr als die Hälfte der vorangemeldeten Mitarbeitenden sind in Standorten mit einer direkten Nachfolge – diese Arbeitsplätze bleiben in der Regel erhalten“, heißt es von Unimarkt zur „Krone“. Heißt im Umkehrschluss: Knapp 250 Beschäftigte könnten ihre Jobs verlieren.
Zentrale wird von 120 auf 50 Mitarbeiter verkleinert
Zusätzlich wird die Zentrale in Traun verkleinert. Zwar betreibt die Unimarkt-Gruppe weiterhin ihre Geschäftsbereiche Großhandel und Logistik, allerdings ist dafür weniger Personal notwendig. Von ursprünglich 120 Beschäftigten sollen „rund 50 Arbeitsplätze in der Zentrale der Unimarkt-Gruppe weiterhin erhalten bleiben“, so das Unternehmen. In Summe droht also der Verlust von mehr als 300 Arbeitsplätzen. Für die Betroffenen hat Unimarkt gemeinsam mit der Personalvertretung einen Sozialplan eingerichtet.
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