Wegen NS-Parolen

Rieder Fußballfan (30) nach Attacken verurteilt

Oberösterreich
30.01.2026 16:30

Zu einer teilbedingten Haftstrafe wurde am Freitag ein Fußballfan wegen mehrfacher schwerer Körperverletzung verurteilt. Auslöser für die Gewalttaten seien rechtsextreme Äußerungen eines 17-Jährigen gewesen. Auch ein 18-Jähriger und der Vater des Jüngeren wurden von dem Fußballfan teilweise schwer verletzt. 

Wer Fan-Pickerl einer Gruppierung mit rechten Parolen überschmiert und im Internet eindeutige Nazifotos postet, der habe in der Fan-Kurve in Ried nichts zu suchen: „Eigentlich sind wir unpolitisch, aber mit einem solchen rechten Scheiß wollen wir nichts zu tun haben“, so der 30-jährige Angeklagte eingangs. Genau das hatte nämlich ein 17-Jähriger getan. Er wurde anschließend vom Angeklagten, der einer der führenden Köpfe der betreffenden Fangruppe ist, des Fanbereichs verwiesen.

Schlägerei am Friedhof
Offenbar war damit aber noch nicht Schluss: Rund zwei Monate später kam es ausgerechnet am Gelände des Rieder Friedhofs zwischen dem Angeklagten, der möglicherweise Verstärkung hatte, dem 17-Jährigen und einem 18-Jährigen zu einer Schlägerei, bei der die Jugendlichen teils schwere Verletzungen davontrugen. Der 30-Jährige bestritt seine Beteiligung, wurde aber von Zeugen eindeutig identifiziert. 

Treffen nach Anzeige
Richtig eskaliert sei die Lage aber erst im April 2025, als es zu einem zufälligen Treffen zwischen dem Angeklagten und der Familie des 17-Jährigen kam. Just am Nachhauseweg von der Polizei – die Familie hatte angezeigt, dass das Fahrrad des 17-Jährigen mit Aufklebern der Fangruppe versehen worden war – fuhr die Familie an dem wegen fahrlässiger Körperverletzung und Raufhandels zweifach vorbestraften 30-Jährigen vorbei. 

Mehrere Wirbelbrüche
Auf die erhitzte Frage des Vaters hin, warum der Angeklagte seinen Sohn geschlagen hatte, kassierte er durchs offene Fenster einige Faustschläge. Auch als der 56-Jährige ausstieg, wurde er von dem Fußballfan übel zugerichtet – mehrere Wirbelbrüche waren die Folge. 

„Extremismus kein Grund“
Es sei egal, welche politische Einstellung man habe, durch Gewalt dürfe man diese nicht ausdrücken, urteilte Richter Stefan Kiesl und verhängte eine 18-monatige Haftstrafe über den 30-Jährigen, sechs Monate muss er unbedingt absitzen. Ob er beim Spiel der Rieder am Samstag gegen Rapid Wien wieder seine prominente Rolle in der Fankurve einnimmt, ist noch offen. 

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