„Krone“-Kommentar

Wieso Stadler & Co. für Watschen herhalten müssen

Kolumnen
27.01.2026 06:00

Politiker, die jahrzehntelang außerordentliche Erfolge feiern – sie kann man längst an einer Hand abzählen. Das Jahrtausend war noch jung, als Matthias Stadler von der SPÖ 2004 das Amt des Bürgermeisters von St. Pölten übernahm. Um es danach stets mit Wahlergebnissen weit über 50 Prozent zu verteidigen. Seine eindrucksvollen Ergebnisse erzielte Stadler unter den verschiedensten SPÖ-Bundesparteiobleuten – von Alfred Gusenbauer über Werner Faymann bis Pamela Rendi-Wagner.

Mittlerweile führt Andreas Babler, ehedem selbst Bürgermeister einer niederösterreichischen Stadt (des wesentlich kleineren Traiskirchen), die Bundespartei. Matthias Stadler fuhr bei seinem fünften Antritt zu Wahlen am vergangenen Sonntag das mit Abstand schlechteste Ergebnis ein.

Der Kommentar zu den großen Themen, die Österreich betreffen: Klaus Herrmann, Geschäftsführender ...
Der Kommentar zu den großen Themen, die Österreich betreffen: Klaus Herrmann, Geschäftsführender Chefredakteur(Bild: Krone KREATIV/Imre Antal, stock.adobe.com)

Mit nur noch 42,5 Prozent verfehlte Matthias Stadler die wieder angepeilte Absolute bei Weitem. Offenbar habe er nicht mobilisieren können, analysiert Polit-Professor Peter Filzmaier den verheerenden Absturz des roten Amtsverteidigers. Da hat er sicher recht. Natürlich kann es nicht die Bundespolitik allein gewesen sein. Aber die vielen grantigen österreichischen Wähler haben 2026 kaum Gelegenheit, ihre Unzufriedenheit mit der Bundespolitik zum Ausdruck zu bringen.

Sie müssen dafür die einzigen zwei fixen Wahlgänge nützen: vergangenen Sonntag in St. Pölten, im Frühsommer oder Herbst in der Stadt Graz. Da müssen eben die verfügbaren Stellvertreter wie der St. Pöltner Erfolgsbürgermeister für die Watschen herhalten, die anderen zugedacht wären.

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