Mit Anfang April

EVN-Strompreise sinken: Bürger sparen bares Geld

Niederösterreich
23.01.2026 07:38

Die gute Nachricht für das Haushaltsbudget: Nach langen Diskussionen und einer ersten Preissenkung Anfang Jänner wird der niederösterreichische Energiekonzern EVN den Stromtarif weiter nach unten drücken. Der neue Preis soll ab 1. April gelten. Kunden ersparen sich damit pro Jahr im Durchschnitt 190 Euro.

War es die wirtschaftliche Entwicklung, eine Änderung am Energiemarkt oder doch auch die „Bitten und Vorgaben“ der Politik? Am Ende ist das egal: Was fix ist, dass Niederösterreicher künftig bares Geld sparen werden. Denn der größte Anbieter im Bundesland, die börsennotierte EVN, senkt den Stromtarif.

Durchschnittlich 10 Cent netto pro Kilowattstunde
Ab 1. April bietet die EVN KG einen Tarif für alle Haushaltskunden im Versorgungsgebiet der Netz NÖ in Höhe von durchschnittlich 10 Cent netto pro Kilowattstunde an. „Der neue Preis gilt für alle Bestands- und Neukunden und enthält einen Rabatt für den Umstieg oder Neuabschluss“, heißt es seitens der EVN.

Möglich machen den neuen Preis laut EVN-Vorstand Stefan Stallinger „der seit Jahresanfang festgelegte günstigere Sonnenfenster-Arbeitspreis, die Rekordinvestitionen der vergangenen Jahre, die umfassende Automatisierung, das bereits abgeschlossene Rollout der Smart-Meter sowie die kundenfreundlichen Regelungen des neuen Strommarktgesetzes.“

Polit-Debatte um Verbilligung
Zuletzt hatten sich ja alle im Landtag vertretenen Parteien für eine Senkung der Energierechnung ausgesprochen. Nach einer Aufforderung von Landesvize Stephan Pernkopf (ÖVP) kam es zu einer kuriosen Debatte über Tarifwechsel. Auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), SPÖ-Landesrat Sven Hergovich und Vertreter der FPÖ machten die Energiepreise in der Vergangenheit immer wieder zum Thema.

Wind in die Debatte brachte auch der Anbieter „Verbund“: Rund um die Klausur der Bundesregierung in Mauerbach (NÖ) kündigte man eine Preisreduktion für Stromkunden an. Die (geplanten) Senkungen von Verbund und EVN setzen nun natürlich die anderen Anbieter in Niederösterreich unter Zugzwang.

„Mit heute ist es amtlich“
In einer ersten Reaktion erklärte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „Heute ist ein guter Tag für unsere niederösterreichischen Landsleute. Ich fordere seit Längerem, dass der Bund die Gesetze ändern muss, damit die Strompreise weiter gesenkt werden können. Die Botschaft ist angekommen: Es wurde jetzt gute Grundlage dafür geschaffen. Darum ist es die logische Konsequenz, dass die EVN diese Chance nutzt, um die Tarife weiter zu senken. Mit heute ist das amtlich. Und das ist auch gut so. Ich erwarte mir dadurch nicht mehr und nicht weniger als eine deutliche Entlastung für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher. Darum geht es mir.“

„Die Menschen spüren Tag für Tag, dass vieles immer teurer wird. Daher sehe ich es als wichtige Aufgabe, das Leben wieder leichter zu machen – auf diesem Weg ist uns jetzt ein Schritt gelungen! Der neue, billigere Niederösterreich-Tarif der EVN kommt, am Ende zählt, was auf der Rechnung steht und das muss weniger werden“, ergänzt ÖVP-Landesvize Stephan Pernkopf.

„Es ist skandalös...“
Für die SPÖ kommt diese Maßnahme jedoch zu spät: „Es ist skandalös, dass die Preissenkung erst im April erfolgt. Die vielen Haushalte, die mit Strom heizen, werden nun also noch die ganze Heizperiode grotesk hohe Preise bezahlen müssen. Gerade bei den eisigen Temperaturen derzeit und dem dadurch erhöhten Energiebedarf ist das unzumutbar. Eine Tarifänderung muss jedenfalls schon am 1. Februar erfolgen“, so Sven Hergovich. Drei Jahre lang haben laut dem SPÖ-Landesrat Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und ihr Stellvertreter Udo Landbauer (FPÖ) dabei zugesehen, wie mehr als eine Milliarde Euro von den Taschen der niederösterreichischen Familien und Betriebe als Übergewinne zur EVN gewandert seien. „Jetzt ist der Druck zu groß geworden und die Preise sinken endlich“, so der SPÖ-NÖ-Landesparteivorsitzende weiter. 

„Nicht zum Stopfen schwarzer Budgetlöcher“
„Die Senkung der Strompreise zeigt, dass die Reformen der Bundesregierung Wirkung zeigen. Wir NEOS haben in diesem Prozess darauf gedrängt, dass wir mit dem ElWG einen modernen Rechtsrahmen für eine dezentrale, erneuerbare und günstigere Stromversorgung bekommen. Von der Landeshauptfrau erwarten wir, dass sie im eigenen Wirkungsbereich tätig wird. Das Land kassiert 80 Millionen Euro Dividende von der EVN. Die müssen für den Ausbau der erneuerbaren Energien und nicht zum Stopfen der schwarzen Budgetlöcher im Land verwendet werden“, erklärt NEOS-Energiesprecher Christoph Müller.

„Keine Tricks, Verbilligung muss bei den Familien ankommen“
„Wenn Strom billiger wird, dann muss die Entlastung bei unseren Familien auch ankommen. Es darf nicht sein, dass etwas als günstige Energie verkauft wird, die am Ende wegen komplizierter Bedingungen oder zeitlicher Befristungen erst wieder im Sand verläuft. Keine Tricks, kein Tarifdschungel, sondern einfach billiger Strom und Planungssicherheit. Das muss die EVN liefern“, kommentiert FPÖ-Landesparteiobmann und LH-Stellvertreter Udo Landbauer die angekündigte Strompreissenkung des Energieversorgers.

Landbauer warnt vor einem neuen Tarifdschungel. „Sommerpreis, Herbstpreis, Sondermodell und am Ende trifft es wieder die Bevölkerung. Energiepreise müssen billig, einfach und nachvollziehbar sein, alles andere ist inakzeptabel.“ Gerade von einem „mehrheitlich landeseigenen Unternehmen“ fordert Landbauer Verlässlichkeit, außerdem will er Planungssicherheit „für Familien, Landwirte und Unternehmer“. „Die Niederösterreicher wollen einfache, nachvollziehbare Tarife, die langfristig gelten. Nicht ein Modell, das heute beworben wird, morgen schon wieder ganz anders ist und in einem Jahr überhaupt wieder verschwindet. Die Niederösterreicher brauchen keinen teuren Etikettenschwindel.“

„Erbärmliches Schauspiel“
„Erbärmlich“ nennt indes die Grüne Klubobfrau Helga Krismer das aktuelle Vorgehen der schwarz-blauen Landesregierung in Niederösterreich: „Während die Grünen auf Bundesebene mit dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz echte Preissenkungen durchgesetzt haben, beschränkt sich die ÖVP-NÖ mit Johanna Mikl-Leitner und Stephan Pernkopf auf Forderungen und Schulterklopfen.“ Trotz der 51-prozentigen Mehrheit des Landes an der EVN habe Schwarz-Blau bisher keinen eigenen Beitrag zu Tarifsenkungen geleistet. Krismer: „Dass die Landesregierung nun so tut, als wäre die Senkung der Stromabgabe ihr Verdienst, ist ein durchschaubares Ablenkungsmanöver von der eigenen Untätigkeit.“

„Wichtiges Signal für das Land“
Ganz anders sieht die ÖVP die Sache. Die angekündigte Senkung der EVN-Stromtarife ab April sei ein wichtiges Signal für die Haushalte in Niederösterreich und zeige, dass die von Mikl-Leitner und Pernkopf mit Nachdruck eingeforderten Änderungen auf Bundesebene nun konkrete und positive Auswirkungen für die Niederösterreicher habe. „Die neue Tarifstruktur der EVN ist ein spürbarer Schritt in die richtige Richtung: Sie entlastet Familien, schafft Planungssicherheit und stärkt den Standort Niederösterreich. Leistbare Energie ist eine zentrale Voraussetzung für Lebensqualität, Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen im Land und damit ein wesentlicher Beitrag für die beste Zukunft unserer Kinder“, betont VPNÖ-Energiesprecher Josef Edlinger.

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