Der heimische Wasserkraft-Riese Verbund senkt mit März massiv den Strompreis. Konkret werden es mit dem neuen „Österreich-Tarif“ unter zehn Cent je Kilowattstunde (netto) sein. Ein Durchschnittshaushalt erspart sich damit bis zu 200 Euro im Jahr. Gleichzeitig sieht Verbund-Chef Michael Strugl einen Handlungsbedarf der Politik beim Industriestrom.
Im Schnitt zahlt ein österreichischer Haushalt aktuell inklusive Steuern, Abgaben, Netzentgelten und Co. 29,05 Cent je verbrauchter Kilowattstunde (kWh). Damit liegen wir in etwa im europäischen Schnitt von 28,72 Cent. Bei unserem Nachbarn Deutschland sind es sogar 38,71 Cent, so die jüngsten Zahlen von Eurostat, dem statistischen Amt der EU.
Dennoch müsse es langfristig das Ziel sein, die Preise zu senken, betont Verbund-Chef Michael Strugl. Der Versorger (er steht im Mehrheitseigentum der Republik) wird daher ab März 2026 mit gutem Beispiel vorangehen und einen „Österreich-Tarif“ mit unter 10 Cent je kWh Arbeitspreis (netto) anbieten. Ein Durchschnittshaushalt kann sich so rund 200 Euro im Jahr ersparen. Der neue Tarif steht allen Bestandskunden (sie werden angeschrieben) sowie auch Neukunden offen. Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer zeigt sich über den Schritt erfreut. Gleichzeitig fordert er andere Versorgungsunternehmen auf, es dem Verbund gleichzutun.
Strugl weist aber erneut darauf hin, dass langfristig günstige Preise nur mit dem Ausbau der Stromerzeugung möglich sind. Allerdings müssen dazu die Systemkosten sinken. „Je nachdem, wie gut und wie kosteneffizient ich die Transformation gestalte, und plane, desto günstiger wird es“, betont der Manager. Von zentraler Bedeutung sei unter anderem die bestmögliche Abstimmung von Erzeugung, Netzen und Speichern. Dringend überarbeitet gehöre jedenfalls der aktuelle Netzinfrastrukturplan (ÖNIP). Dieser enthalte seiner Meinung nach einen viel zu hohen Anteil an Photovoltaik und zu wenig Windenergie. Außerdem fehlen darin die sinnvollen Batteriespeicher.
Strompreis muss auch für die Industrie sinken
Was die Industrie betrifft, sieht er nach der geplanten Förderung in Deutschland (dort soll die Hälfte des Industriestromverbrauchs mit fünf Cent je kWh gefördert werden) auch bei uns einen dringenden Handlungsbedarf. Sonst hätten unsere Unternehmen einen erheblichen Wettbewerbsnachteil. Der besteht ohnehin schon gegenüber China und den USA, wo der Industriestrompreis nur im Schnitt acht Cent kostet, während es in Europa im Schnitt 15 Cent je kWh sind. Zuletzt haben sich auch die derzeitige Wirtschaftskammer-Präsidentin Martha Schultz und Ex-Umweltministerin Leonore Gewessler von den Grünen für einen Industriestrompreis nach deutschem Vorbild ausgesprochen.
Schon jetzt gibt es Anbieter mit Stromtarifen von unter zehn Cent
Haushalte, die nicht bis März auf einen günstigeren Stromtarif warten wollen, können auch jetzt schon wechseln. Es gibt nämlich auch derzeit schon alternative Anbieter, die für Strom unter zehn Cent netto verrechnen. Konkret ist dies etwa Grünwelt Energie mit günstigen 9,20 Cent netto je Kilowattstunde oder überraschenderweise auch Wien Energie mit 9,9237 Cent netto je Kilowattstunde. Die Mindestvertragslaufzeit sowie die Preisgarantie sind 12 Monate.
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