Die Staatsanwaltschaft Wien hat Anklage gegen den ehemaligen FPÖ-Abgeordneten Thomas Schellenbacher erhoben. Ihm wird vorgeworfen, dem ehemaligen Wirecard-Manager Jan Marsalek bei der Flucht geholfen zu haben. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.
Schellenbacher wird vorgeworfen, Marsalek geholfen zu haben, von Bad Vöslau nach Belarus zu fliegen. An der Flucht soll auch der ehemalige Abteilungsleiter im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, Martin Weiss, beteiligt gewesen sein. Der Ex-Spitzenmanager Marsalek setzte sich am 19. Juni 2020 ab, nachdem der Bilanzskandal des Zahlungsdienstleisters bekannt geworden war.
Laut Medienberichten soll Schellenbacher zunächst versucht haben, mit Marsalek verschiedene Geschäfte zu machen, darunter Investitionen in den Flughafen Bad Vöslau. Auf Bitte von Weiss soll der Ex-Abgeordnete dann den Flug nach Belarus organisiert haben und das nicht zum ersten Mal. Am Vorabend der Flucht habe Schellenbacher einen Namen und Pass eines schwedisch-russischen Mannes geschickt, heißt es. In der Früh habe er noch den echten Pass von Marsalek übermittelt. Der ehemalige Abgeordnete soll den Flug bei der Austro-Control angemeldet, „Catering und eine Präsentationsmappe“ vorbereitet haben.
Gegen den Spion Marsalek, der heute in Moskau für den Inlandsgeheimdienst FSB arbeiten soll, lag zu dem Zeitpunkt der Ausreise noch kein Haftbefehl vor. Allerdings war die Situation seines Unternehmens bereits einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Schellenbacher wird sich wegen Fluchthilfe am Landesgericht Wiener Neustadt verantworten müssen. Die Hauptverhandlung wird wohl in den nächsten Wochen ausgeschrieben. Die Höchststrafe bei Fluchthilfe beträgt zwei Jahre Haft.
Am morgigen Donnerstag wird am Straflandesgericht Wien gegen den ehemaligen Chefinspektor Egisto Ott verhandelt, der personenbezogene Daten aus polizeilichen Datenbanken an Marsalek und den russischen Nachrichtendienst übergeben haben soll. Er soll auch die Diensthandys eines ehemaligen Kabinettschefs im Innenministerium und einen Laptop mit brisanten geheimdienstlichen Informationen eines EU-Staats an den Geheimdienst weitergegeben haben.
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