Nach gravierenden Anlaufschwierigkeiten startet das Gefängnis in Simmering nun in den Vollbetrieb. Ziel ist es, die jugendlichen Straftäter in die Gesellschaft zu integrieren. Dafür gibt es einige Annehmlichkeiten.
Im Moment befinden sich 168 Jugendliche österreichweit in Haft. Das ist ein trauriger Höchststand. Normalerweise liegt der Durchschnitt bei 130 Minderjährigen.
35 von ihnen sind im neuesten Jugendgefängnis des Landes am Rande Wiens, dem Münnichplatz in Simmering, untergebracht. Ein Teil des ehemaligen Jagdschlosses von Maximilian I. ist nun für minderjährige Straftäter reserviert.
Vollbetrieb startet nach Partyexzessen
Eigentlich hätte es bereits im Juli 2024 eröffnet werden sollen, nachdem das frühere Jugendgefängnis in Gerasdorf nach einigen Missständen nun nur mehr Erwachsene beherbergt. Die ersten jugendlichen Insassen zogen zwar bereits im Jänner 2025 während der Bauarbeiten ein – inklusive Partyexzessen und anderen Vorfällen. Nun startet aber der Vollbetrieb. Die Sanierung ist endlich abgeschlossen.
Auf dem neuesten Stand
72 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren haben hier insgesamt Platz, jede Woche werden sechs von u.a. dem Gefängnis in der Josefstadt umgesiedelt. Laut Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) sind nicht nur die Räumlichkeiten auf dem neuesten Stand, sondern auch das Betreuungskonzept. Beschäftigung, Behandlung, Resozialisierung und die Wiedereingliederung in die Gesellschaft stünden hier im Vordergrund. Und dafür bietet der Häfen so einiges.
Einzelzelle und Langzeitbesuche
Die Mini-Häftlinge sind einzeln oder mit maximal einem zweiten Mitbewohner untergebracht, jeweils mit eigener Dusche pro Zelle. Um mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben, gibt es Videotelefonie. Mindestens einmal pro Woche für eine Stunde sind Tischbesuche erlaubt, auch Langzeitbesuche (8 Stunden) in einem eigenen Raum mit Küche, Fernseher, Sofa und Dusche sind einmal pro Quartal möglich. Neben dem Sportplatz im Freien sei vor allem der Fitnessraum sehr beliebt, so die neue Anstaltsleiterin Seada Killinger.
Sechs verschiedene Lehrangebote
Um die Jugendlichen auf ein Leben nach dem Gefängnis vorzubereiten, werden sechs verschiedene Lehren angeboten, wie Tischler, Bäcker und Maler.
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