Fahrlässige Tötung

Bergführerin (41) nach Lawinen-Tragödie im Visier

Salzburg
19.01.2026 11:37

Die Staatsanwaltschaft hat zwei Tage nach dem Lawinenunglück im Großarltal mit vier Todesopfern Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Im Visier steht jene Bergführerin (41) vom Alpenverein, die für einen Ausbildungskurs die siebenköpfige Touren-Gruppe angeführt hat. Ein Sachverständiger soll offene Fragen klären.

Auf „Krone“-Nachfrage bestätigte Elena Haslinger von der Salzburger Staatsanwaltschaft: „Es wurde ein Ermittlungsverfahren gegen eine Bergführerin wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet.“ Zudem beauftragte die Anklagebehörde einen Sachverständigen aus dem Bereich Lawinenkunde mit der Erstellung eines Gutachtens.

Wesentliche Fragen sind noch zu klären
Der Experte soll dabei Details zur Tour, zum Aufstieg, zu den Wetter- und Schneebedingungen und dergleichen klären. Eine der wesentlichen Fragen, die Ermittler noch zu klären haben: Wer hat die Lawine am Samstagnachmittag am Finsterkopf ausgelöst? Waren es die Tourengeher selbst, oder gingen die Schneemassen womöglich von selbst ab?

Einsatz der Bergretter nach dem Lawinenabgang im Großarltal.
Einsatz der Bergretter nach dem Lawinenabgang im Großarltal.(Bild: Bergrettung Pongau-Hundestaffel)

Wie mehrfach berichtet, war die siebenköpfige Skitouren-Gruppe am Samstag wegen eines Ausbildungskurses – wo es auch ausgerechnet um Lawinenkunde und Risikoeinschätzung ging – im Großarltal unterwegs. Dabei kam es zu einem Lawinenabgang, der die Gruppe erfasste: Vier Wintersportler, allesamt erfahrene Tourengeher, wurden getötet.

Dabei handelt es sich um zwei Tiroler (65, 63), eine Steirerin (60) und einen Oberösterreicher (53). Die Salzburger Bergführerin (41) und ein Salzburger (58) konnten aus den Schneemassen befreit werden und überlebten. Ermittler sollen nun den genauen Sachverhalt klären.

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