Im Kampf gegen die hohen Lebensmittelpreise in Österreich hat Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) am Sonntag erstmals die ganze Liste, was alles billiger werden soll, präsentiert. Am Montag bremsten Vertreter der Bundesregierung jedoch sein Vorhaben. „Die Liste ist nicht akkordiert. Das muss noch ausverhandelt werden“, betonte Staatssekretär Sepp Schellhorn (NEOS).
Auch Bablers Parteikollegin, Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ), bremste bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Schellhorn und Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP): „Der Warenkorb liegt jetzt einmal auf dem Tisch, muss aber mit den anderen Parteien noch verhandelt werden.“
Milch, Milcherzeugnisse und Eier:
Gemüse (frisch und gekühlt):
Obst:
Getreide, Müllereierzeugnisse und Backwaren:
Die von Babler in der ORF-„Pressestunde“ am Sonntag angekündigte Liste von begünstigten Produkten umfasst neben Milch, Butter und Eiern etwa Reis, Zwiebel und Knoblauch, Salate, Gurken, Paradeiser, Erdäpfel, Äpfel, Birnen, Steinobst wie Marillen, Brot und Gebäck. Der Fokus soll auf jenen Produkten liegen, die in Österreich produziert werden, so Babler.
Neue Statistik-Austria-Datenbank zeigt Lebensmittel-Preisentwicklung
Die Statistik Austria hat unterdessen am Montag eine neue Datenbank zur Entwicklung der Lebensmittelpreise präsentiert. Das sogenannte Preisradar soll die Preisveränderungen bestimmter Produkte über den Zeitverlauf sichtbar und Vergleiche von Produktgruppen mit anderen Ländern möglich machen. Außerdem erlaubt das Tool einen Blick auf und Vergleiche von Indizes wie Großhandels- oder Erzeugerpreisen. Die Datenbank ist ab sofort unter https://www.statistik.at/preisradar/ abrufbar.
Auch Vergleiche mit anderen Ländern möglich
Insgesamt sind im Preisradar gut 100 verschiedene Lebensmittel ersichtlich, darunter viele Güter des täglichen Bedarfs wie Brot, Milch, Eier sowie verschiedene Gemüse- und Obstsorten. Ziel der Datenbank sei es, einen schnellen und kompakten Überblick über die Preissituation zu geben, so Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk. Dafür seien vorhandene Daten „übersichtlich und sinnvoll“ zusammengefasst worden. Auf Ebene von Produktgruppen – darunter Getreide und Fleischwaren – gibt die Datenbank auch Vergleiche mit anderen Ländern wie Deutschland, der Schweiz oder dem gesamten Euroraum her.
Jahresinflation 2025 bei 3,6 Prozent
Nach der Teuerungskrise im Jahr 2022 und 2023 und dem Rückgang im Jahr 2024 stieg die Jahresinflation 2025 in Österreich indes wieder an: Mit 3,6 Prozent lag sie deutlich höher als 2024 mit 2,9 Prozent. Damit fiel die Rate (nach HVPI-Berechnung ebenso 3,6 Prozent, Anm.) nicht nur höher als in den meisten Ländern der Eurozone – Österreich lag auf Rang 16 und damit in der unteren Hälfte – aus, sie lag auch deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2 Prozent.
Für die Jahresinflation 2026 prognostizierte das Wifo im Dezember einen Rückgang auf 2,6 Prozent, das IHS rechnet mit 2,5 Prozent. Die Nationalbank wiederum erwartet einen Rückgang auf 2,4 Prozent.
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