Drama in Salzburg

Schock in OÖ nach Tod eines 53-Jährigen in Lawine

Oberösterreich
18.01.2026 18:00

Eine geführte Alpenvereinstour wurde im Salzburger Pongau von Schneebrett erfasst und verschüttet. Vier Menschen starben, darunter auch ein 53-Jähriger aus dem Bezirk Linz-Land. Zur Trauer um die Todesopfer kommt nun allerdings auch Kritik, weil die Bedingungen sehr kritisch waren.

Schwarzer Tag in den Bergen: Acht Skitourengeher verloren am Samstag bei Lawinenunglücken in der Steiermark und Salzburg ihr Leben (wir berichteten). Unter den Todesopfern ist auch ein 53-Jähriger aus dem Bezirk Linz-Land. Er war Teil einer geführten Alpenvereinstour, die gegen 14 Uhr im Bereich des Finsterkopfes im Pongau von einer Lawine erfasst, mitgerissen und unter mindestens einem Meter Schnee verschüttet wurde.

Oberösterreicher unter den Opfern
Ein Salzburger (58) konnte sich selbstständig aus den Schneemassen befreien und die Rettungskette in Gang setzten. Neben dem 53-jährigen Oberösterreicher kam auch für zwei Tiroler (65, 63) und eine Steirerin (60) jede Hilfe zu spät. Zwei Gruppenmitglieder wurden schwer verletzt, eines kam unbeschadet davon.

Zitat Icon

Trotz guter Planung gibt es kein Nullrisiko beim Skitourengehen.

Christoph Preimesberger, Bergrettung Oberösterreich

Trauer und Kritik nach tödlichem Unglück
Angeführt wurde der Kurs von einer erfahrenen Bergführerin, die das Unglück überlebte. Warum sie die fünf Männer und eine Frau – laut Alpenverein lauter erfahrene Tourengeher – trotz Lawinenwarnstufe drei in den Hang führte, ist derzeit Gegenstandstand von Ermittlungen. Alpenvereinspräsident Wolfgang Schnabl sagte am Sonntag zu dem Unglück: „Unsere Gedanken sind bei den Familien, Freundinnen und Freunden der Verstorbenen und Verletzten. Die alpine Gemeinschaft trauert mit den Angehörigen.“ Doch es wurde auch Kritik laut. So meldete sich Richard Freicham, Landesretter der Salzburger Bergrettung, zu Wort: „Touren über der Waldgrenze an Hängen über 30 Grad sind zu gefährlich.“

Anders als in den betroffenen Nachbarbundesländern herrscht in Oberösterreich momentan unter der Baumgrenze Lawinenwarnstufe eins (gering) und darüber zwei (mäßig) auf der fünfteiligen Skala. „Trotzdem können bei Zusatzbelastung Lawinen abgehen, vor allem dort, wo der Wind Triebschnee angehäuft hat“, weiß Christoph Preimesberger, Landesleiter der Bergrettung. Kritisch sei die Warnstufe 3, „bei der zwar noch Touren möglich sind, aber mit erheblicher Gefahr“, so der Experte.

Kommentar der „Krone“
Die Kraft der Natur

Natürlich ist man im Nachhinein immer gescheiter. Der tragische Lawinenabgang in Salzburg, bei der eine Gruppe des Alpenvereins verschüttet wurde, führt uns aber auch wieder einmal eindringlich vor Augen, dass die Natur unberechenbar und vor allem gefährlich ist.

(Bild: Krone KREATIV, Alexander Schwarzl, Markus Wenzel)

Selbst Profis, die bestens ausgebildet und erfahren sind, sind nicht davor gefeit, womöglich eine falsche Entscheidung zu treffen. Und noch etwas: Natürlich darf in solchen Situationen Kritik erlaubt sein, man sollte aber immer bedenken, dass hier Menschen ihr Leben verloren haben. Häme und Schadenfreude sind absolut fehl am Platz.

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