Acht Lawinentote

Gruppe wurde beim Training von Lawine überrascht

Österreich
18.01.2026 11:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach den tragischen Lawinenunglücken im Salzburger Pongau und im steirischen Murtal mit acht Toten am Samstag herrscht große Bestürzung im ganzen Land. Der Alpenverein zeigt sich schockiert: Die betroffene Skitourengruppe im Großarltal bestand aus Vereinsmitgliedern. Die Bergung der drei Todesopfer im steirischen Pusterwald dauert indes weiter an.

Acht Lawinentote an nur einem Tag. Der Schock über diese Nachricht sitzt auch am Folgetag noch tief. Fünf Todesopfer durch zwei durch Wintersportler ausgelöste Lawinen hat allein das Bundesland Salzburg zu beklagen.

Wie am Sonntag bekannt wurde, handelte es sich bei der Skitourengruppe im Bereich Finsterkopf im Salzburger Großarltal um eine geführte Gruppe des Österreichischen Alpenvereins. Die Gruppe nahm im Rahmen eines „regulären Winterausbildungsprogramms“ an der Tour teil, wie es hieß.

Fünf Lawinentote allein in Salzburg
Die siebenköpfige Gruppe von Skitourengehern wurde von den Schneemassen teils zur Gänze verschüttet. Für vier Personen, darunter ein 53-Jähriger aus dem Bezirk Linz-Land und eine 60-jährige Steirerin, gab es keine Rettung mehr. Drei Personen waren dem Tod nur knapp entronnen, eine Person wurde schwer, eine weitere leicht verletzt. Vier Rettungshubschrauber waren im Einsatz.

Bei dem Lawinenabgang im Salzburger Großarltal hat es sich um eine geführte Gruppe des ...
Bei dem Lawinenabgang im Salzburger Großarltal hat es sich um eine geführte Gruppe des Alpenvereins gehandelt.(Bild: Bergrettung Bad Hofgastein, Hundestaffel Bergrettung)

„Unsere Gedanken sind bei den Familien, Freundinnen und Freunden der Verstorbenen und Verletzten. Die alpine Gemeinschaft trauert mit den Angehörigen“, teilte Wolfgang Schnabl, Präsident des Österreichischen Alpenvereins, in einer Aussendung mit. Die genauen Umstände des Lawinenabgangs würden vor Ort von Experten des Alpenvereins und von den zuständigen Behörden untersucht.

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Unsere Gedanken sind bei den Familien, Freundinnen und Freunden der Verstorbenen und Verletzten. Die alpine Gemeinschaft trauert mit den Angehörigen.

Wolfgang Schnabl, Präsident des Österreichischen Alpenvereins

Kurz zuvor hatte sich im Pongau das Erste der beiden Unglücke an diesem Tag ereignet. Gegen 12.30 Uhr fuhr eine Skitourengeherin im Bereich der „Schmugglerscharte“ auf rund 2200 Metern Seehöhe als Erste in einen steilen Hang im freien Gelände ein und löste dabei vor den Augen ihres Ehemannes eine Lawine aus. Dieser alarmierte umgehend die Bergrettung in Bad Hofgastein. Trotz intensiver Wiederbelebungsmaßnahmen starb die Frau.

In den Lawinen-Unglücksregionen in der Steiermark und Salzburg hatten am Samstag die Warnstufen zwei beziehungsweise drei geherrscht:

Die Infografik zeigt die fünf Warnstufen der Lawinengefahr mit Beschreibung der Schneedecke und der Wahrscheinlichkeit einer Lawinenauslösung. Stufe 1 steht für geringe Gefahr mit stabiler Schneedecke, Stufe 5 für sehr große Gefahr mit instabiler Schneedecke und zahlreichen spontanen Lawinen. Quelle: lawinen.at.

Drei Tote in der Steiermark
Am Abend wurde dann bekannt, dass es auch im Bereich Pusterwald im steirischen Bezirk Murtal am späten Samstagnachmittag zu einem Lawinenunglück mit drei Toten gekommen war. Sieben tschechische Skitourengeher waren an dem Lawinenereignis beteiligt. Drei von ihnen wurden von der Lawine erfasst und starben unter den Schneemassen. 

Aufgrund der Witterung und der einsetzenden Dunkelheit im unwegsamen Gelände musste die Bergung auf den heutigen Sonntag vertagt werden – eine besonders harte Nacht für jene vier Bergkameraden, die überlebten und sich aktuell noch im Krankenhaus befinden. „Mittlerweile ist die Bergung voll im Gange“, bestätigt Michael Martinelli von der Polizei Steiermark, „gegen Mittag sollte sie abgeschlossen sein.“

35 Einsatzkräfte, sieben Beamte der alpinen Einsatzgruppe und zwei Polizeihubschrauber aus Graz ...
35 Einsatzkräfte, sieben Beamte der alpinen Einsatzgruppe und zwei Polizeihubschrauber aus Graz und Wiener Neustadt waren für die Bergung vor Ort.(Bild: APA/ROLAND THENY)

Weitere Abgänge endeten glimpflich
Bei anderen Lawinenabgängen in Salzburg und Tirol gab es zum Glück keine Todesopfer. Am Samstag lösten Wintersportler im Pongau weitere Lawinen aus. In Hüttschlag am Plattenkogel und in Großarl am Frauenkogel gingen Schneebretter ins Tal. Dabei wurde niemand verletzt.

In Tirol erfasste am Samstag eine Lawine einen 20-jährigen Skitourengeher bei der hinteren Rendlspitze in St. Anton am Arlberg. Der junge Mann folgte nur wenige Meter hinter seinem Vater einer bereits gefahrenen Spur, als sich rund 15 Meter über ihm die Lawine löste und ihn teilweise verschüttete. Er zog sich Verletzungen an Beinen und Schultern zu, konnte aber geborgen werden.

In der heurigen Saison sind nach Angaben der Alpinpolizei bereits 13 Menschen ums Leben gekommen. Das sind deutlich mehr als zum Stichtag in den Jahren davor. Nur in der Saison 2018/19 gab es mehr Todesopfer – damals waren es bis zum 18. Jänner 14 Lawinenopfer, erklärte der Leiter der Alpinpolizei, Hans Ebner, am Sonntag.

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