Drei Tote im Murtal

Lawinenunglück: „Alle waren adäquat ausgerüstet“

Steiermark
18.01.2026 16:45

Nach dem Lawinenabgang im steirischen Murtal, bei dem drei tschechische Skitourengeher starben, sitzt der Schock in der Region tief. Bei Wind, Nebel und Kälte wurden die Leichen der Todesopfer geborgen – die Ermittlungen dauern noch an.

Die Natur ist dem Menschen überlegen, das wurde vielen am Samstag schmerzlich bewusst. Acht Wintersportler wurden in der Steiermark und in Salzburg von Lawinen überrollt – ohne Chance auf Überleben. Teils mussten sogar Angehörige dabei zusehen, wie ihre Liebsten in den Tod gerissen wurden.

Drei der Todesopfer forderte eine Lawine im steirischen Murtal. Am Folgetag sitzt der Schock in Pusterwald noch tief: „Vor 20 oder 25 Jahren gab es ein ähnliches Unglück in der Region mit drei Toten aus dem Murtal. Auch wenn es diesmal keine einheimischen Wintersportler waren, macht mich diese Tragödie als Bürgermeister sehr betroffen“, sagt Fritz Strahlhofer.

Bürgermeister Fritz Strahlhofer bedankt sich bei den Einsatzkräften.
Bürgermeister Fritz Strahlhofer bedankt sich bei den Einsatzkräften.(Bild: Jürgen Fuchs)

Kurz vor 16.30 Uhr ging der Alarm bei der Alpinen Einsatzgruppe ein. Sieben tschechische Skitourengeher waren im Gemeindegebiet von Pusterwald nahe des Schönfeldspitz unterwegs, als sich auf etwa 1800 Metern ein Schneebrett löste. Nur vier der Alpinisten konnten sich noch rechtzeitig retten. Sie wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Bergung unter widrigsten Bedingungen
Für die Überlebenden brach daraufhin eine harte Nacht an, denn die drei verschütteten Personen konnten zwar noch lokalisiert und teilweise ausgegraben, jedoch nicht mehr geborgen werden. „Wegen der widrigen Wetterbedingungen war eine Bergung in den Nachtstunden nicht mehr möglich“, berichtet Stefan Schröck, Landesleiter der steirischen Bergrettung.

Zwei Polizeihubschrauber aus Graz und Wiener Neustadt waren am Sonntag im Einsatz.
Zwei Polizeihubschrauber aus Graz und Wiener Neustadt waren am Sonntag im Einsatz.(Bild: Jürgen Fuchs)

Auch am Sonntag gestalteten sich die Bedingungen nicht unbedingt freundlicher: Starker Wind machte ein Zufliegen mit den Helikoptern unmöglich, die Einsatzkräfte mussten mit Tourenskiern zur Unfallstelle aufsteigen und die verstorbenen Bergsteiger mit Ackjas und Bergesäcken ins Tal bringen. Die Bergung dauerte bis zum frühen Nachmittag.

Wolfgang Murer (Alpinpolizei) und Stefan Schröck (Bergrettung, re.) waren am Wochenende bei der ...
Wolfgang Murer (Alpinpolizei) und Stefan Schröck (Bergrettung, re.) waren am Wochenende bei der Bergung der Toten unter widrigsten Wetterbedingungen im Einsatz.(Bild: Jürgen Fuchs)

Die toten Alpinisten – zwei Männer und eine Frau zwischen 35 und 50 Jahren – wurden mittlerweile identifiziert, aber noch nicht alle Angehörigen verständigt. „Insgesamt waren über 150 Einsatzkräfte von Bergrettung, Alpinpolizei und ÖAMTC-Flugrettung gefragt“, bilanziert Schröck.

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Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Skitourengeher waren alle adäquat ausgerüstet.

Wolfgang Murer, Alpinpolizei Murtal

Wie genau es zum Lawinenunglück kam, ist noch nicht final geklärt. Wolfgang Murer, Leiter der Alpinpolizei Murtal: „Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, wir müssen den Lawinenkegel nochmals genau vermessen.“ Fest steht bereits: „Die Skitourengeher waren alle adäquat ausgerüstet.“ Alle sieben Alpinisten trugen Sonden, Schaufeln und Lawinenverschütteten-Suchgeräte bei sich – und die Kameraden der Verschütteten reagierten vorbildlich.

Im Bereich des Unglücks in der Steiermark bei Pusterwald herrschte Lawinenwarnstufe zwei von fünf. Die Lawinengefahr wurde vom Lawinenwarndienst mit „mäßig“ beurteilt. Allerdings wurden Geländekanten, steile Rinnen und Mulden speziell als Gefahrenstellen genannt. Wie die Alpinpolizei ermittelte, starben bisher in der aktuellen Skisaison 13 Personen wegen Lawinenabgängen in Österreich.

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