Frauenhäuser voll

„Verantwortlich sind die Täter, nicht die Frauen“

Oberösterreich
05.03.2026 11:20

Oberösterreich erhöht in den nächsten Jahren die Kapazität in den Schutzunterkünften für von Gewalt betroffene Frauen. Eine Sozialarbeiterin erzählt aus der Praxis und betont, wie wichtig Zivilcourage und Hinschauen für Betroffene sind.

Eine Nachbarin bemerkte, dass ein Mann wiederholt seine Frau schlug und alarmierte die Polizei. Die Mutter zog daraufhin mit ihren drei Kindern ins Frauenhaus: „Als sie bei uns ankam, mussten wir zuerst ins Spital fahren, da sie gewürgt, geschlagen und getreten worden war“, schildert Michaela Hirsch (59). Seit 24 Jahren leitet sie das Frauenhaus Vöcklabruck, kennt Fälle wie diese und sagt: „Das ist keine Familientragödie, sondern Gewalt gegen Frauen und Kinder.“

Hinschauen wichtig
Hirsch betont die Wichtigkeit von Zivilcourage und appelliert, bei Verdachtsmomenten Hilfe anzubieten. „Wir müssen von klein auf patriarchale Strukturen aufbrechen. Kommt es zu Gewalt, sind nie die Frauen verantwortlich. Es gibt keinen Grund für Schläge“, betont die Sozialarbeiterin.

Hohe Auslastung
Im Vorjahr war das Frauenhaus Vöcklabruck zu 98 Prozent ausgelastet und auch momentan sei nur ein Platz frei. „Rund zwei Drittel der Frauen schaffen nach dem Auszug ein eigenes Leben, ein Drittel geht zurück zum Partner“, weiß Hirsch.

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In jedem Bezirk soll es eine Schutzunterkunft geben. Das ist wichtig, weil lange Anfahrtszeiten eine große Hürde sein können.

Christine Haberlander (ÖVP), Frauenlandesrätin

Ausbau geplant
Aktuell stehen in Oberösterreich sechs Frauenhäuser mit 127 Plätzen zur Verfügung (siehe Grafik). Im Inneren Salzkammergut (Fertigstellung Ende 2026) und Unterem Mühlviertel (Fertigstellung Anfang 2027) sind weitere geplant. Wo genau diese entstehen, gibt das Land OÖ nicht preis, um die Opfer zu schützen. Außerdem gibt es insgesamt 20 Frauenübergangswohnungen, die 27 Frauen und 53 Kindern Schutz bieten.

(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

„Mehr als Dach über Kopf“
In den nächsten Jahren soll hier die Kapazität um 12 Frauen- und 24 Kinderplätze ausgebaut werden. „Diese Unterkünfte sind mehr als Dach über dem Kopf, sie sind ein Zeichen unserer Solidarität“, sagt Frauenlandesrätin Christine Haberlander (ÖVP).

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