Museum Moderner Kunst

Neue Direktorin will Museum zu Erlebnisraum machen

Kultur
15.01.2026 21:00

Fatima Hellberg, neue Chefin im Museum Moderner Kunst (Mumok) in Wien, will das Haus im Museumsquartier zum umfassenden Erlebnisraum machen. In ihrer ersten Schau „Terminal Piece“ bespielt sie fünf Etagen und macht eine Ebene zum begehbaren Theaterraum für Kunstwerke und Betrachter.

Nicht nur Theater kann man inszenieren, auch Kunstwerke lassen sich in Szene setzen. Fatima Hellberg, neue Direktorin im Museum Moderner Kunst (Mumok), hat dafür Bühnenbildnerin Anna Viebrock eingeladen, ihre erste Ausstellung zu Machtverhältnissen und Wahrnehmung mitzugestalten. Entstehen soll dabei ein Theaterraum, in dem Kunstwerke und auch die Besucher die Akteure sind.

Im Zentrum der Schau auf fünf Etagen steht die Installation „Terminal Piece“ (1972) der US-Aktivistin Kate Millett – der erste Ankauf der neuen Direktorin. Weitere Namen auf der Liste der Gruppenausstellung sind unter anderem Bruce Nauman, Robert Rauschenberg und Rudolf Schwarzkogler.

Große Themen statt großer Namen
Kunst entfaltet sich erst im Gegenüber, so Hellbergs These: Unsere Beziehungen zu Werken sind ein Teil von ihnen, ein Museumsbesuch soll zum aktiven Gesamterlebnis werden. Folglich setzt die neue Chefin nicht auf große Namen für ihr erstes Ausstellungsjahr, sondern auf große Themen. Zentral ist die Ausstellungserfahrung, also das, was Kunst auslöst.

Ausstellungen 2026

  • „Terminal Piece“ ab 20. Juni, Gruppenausstellung auf fünf Etagen
  • Tolia Astakhishvili: Ausstellung ab 20. Juni, davor offenes Atelier
  • Cameron Rowland: neue Werke ab 14. November
  • Verena Paravel: „Cosmofonia“ ab 5. Dezember

Die georgische Künstlerin Tolia Astakhishvili legt dafür Zeitspuren in den Räumen des Mumok frei und beschäftigt sich mit der „Figur des Kindes“. Dabei werden Werke aus der Sammlung einbezogen.

Fenster öffnen und Komplexität aushalten
Wie schon bekannt, will Hellberg gemeinsam mit dem Architekten Andrea Faraguna auch manche baulichen Eingriffe an dem Bau von Ortner und Ortner vornehmen – beziehungsweise Veränderungen rückgängig machen. Sichtbarstes Vorhaben: „Wir werden die Fenster öffnen!“ Hellbergs Fazit: „Ein Museum muss kein Ort schneller Antworten sein. Es kann ein Raum sein, in dem man Komplexität erlebt und aushält. Und in dem etwas bleibt, wenn man ihn verlässt. Das ist unsere Hoffnung und unser Plan.“

Tolia Astakhishvili erforscht in einem offenen Atelier Zeitspuren im Mumok
Tolia Astakhishvili erforscht in einem offenen Atelier Zeitspuren im Mumok(Bild: Courtesy the artist, Nicoletta Fiorucci Foundation and LC Queisser, Tbilisi, Köln, Foto: Tolia Astakhishvili Studio)
Verena Paravel macht mit „Cosmofonia“ unbekannte Klänge aus der Natur hörbar
Verena Paravel macht mit „Cosmofonia“ unbekannte Klänge aus der Natur hörbar(Bild: Verena Paravel)

Im Herbst befragt US-Künstlerin Cameron Rowland in neuen Arbeiten koloniale und rassistische Strukturen. Die französische Anthropologin Verena Paravel öffnet in ihrem Experimentalfilm „Cosmofonia“ neue Perspektiven auf Natur und macht für Menschen nicht wahrnehmbare Klänge hörbar – wie den Schrei der Ameise.

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