Auf die Frage, welches Instrument sie bei der Siegesfeier Samstag Abend im Östereich-Haus spielen wird, haute Veronika Aigner nach ihrem Abfahrts-Gold den frechsten Spruch des Tages raus: „Ich kann die Arschgeige sehr gut spielen.“ Ihr Bruder Johannes, der ebenfalls Gold in der Abfahrt gewann, packte seine „Quetschn“ ein.
Die Nacht vor der Paralympics-Abfahrt war für Veronika Aigner und Zimmerkollegin Lilly Sammer unruhig: „Wir sind mit Puls 130 im Bett gelegen, sind noch einmal für einen Spaziergang aufgestanden.“ Vor dem Start machten sie sich bewusst locker: „Wir haben mit den Vorfahrern getanzt, sangen ,Aff Im Kopf‘, ,The Show Must Go On‘ und ,Super Samma‘.“ Freund Roland schickte Vroni noch eine motivierende Botschaft.
Und dann hauten sich Lilly, die für Elisabeth Aigner (Kreuzbandriss) als Guide eingesprungen war, und Veronika den Tofana-Schuss mit vollem Risiko hinunter, gewannen Gold. Im Ziel ließ sich die Niederösterreicherin in den Schnee fallen: „Da ist der ganze Druck abgefallen. Die Wochen nach Lisis Verletzung waren mental schwierig. Ich widme diesen Sieg meiner Schwester, die alles versucht hat, mit mir hier zu fahren.“
Zum nicht unbedingt erwartbar gewesenen Goldcoup mit Lilly, die ihre erste Wettkampf-Abfahrt bestritt, sagte sie: „Wir sind einfach auf einer Wellenlänge. Das hat viel geholfen.“ Die 16-jährige Schülerin des Schigymnasiums Saalfelden grinste: „Ich bin genauso deppat wie die Aigners.“ Ihre 23-jährige Partnerin lachte: „Sogar noch ein bisschen mehr.“
Beim Musizieren nervöser als beim Skifahren
Auf die Frage, welches Instrument sie bei der Siegesfeier im Österreich-Haus spielen werde, haute Aigner einen für sie typischen Spruch raus: „Ich kann die Arschgeige sehr gut, aber auch Gitarre.“ Bruder Johannes, der mit Guide Nico Haberl mit 2,25 Sekunden Vorsprung (!) Abfahrtsgold holte, plante einen Auftritt mit der „Quetschn“: „Ich habe das Spielen über einen Online-Kurs gelernt. Aber da bin ich viel nervöser als beim Skifahren, weil ich es noch nicht so gut kann.“
Mit Gottes Segen zu Gold
Als Glücksbringer hatte „Hansi“ bei seinem Goldritt ein Kreuz von Freundin Lena dabei: „Das hat der Olympiapfarrer gesegnet, mit Gottes Segen hat es wie schon in Peking vor vier Jahren zu Gold gereicht.“ Im Vergleich zu Schwester Veronika ist „Hansi“ ruhiger: „Natürlich bin ich vor dem Rennen nervös. Ich denke dann daran, wie ich daheim mit Lena im Bett knotze. Das entspannt mich sehr.“ Guide Nico meditiert gerne: „Das habe ich auch am Abend gemacht.“
Mikl-Leitner gratulierte
Ein großer Fan der Aigner-Geschwister, die nur sieben Prozent Sehvermögen haben, ist Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie schickte Glückwünsche nach Cortina: „Johannes und Veronika stehen für außergewöhnliche Leistungen, mentale Stärke und unbedingten Willen.“ Generell betonte sie: „Die Parasportler zeigen, dass Grenzen oft nur im Kopf existieren. Sie sind Vorbilder weit über den Sport hinaus.“
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