Gefahr von Ansteckung

Klinik wies ihn ab, dann 14 Attacken mit Fäkalien!

Gericht
15.01.2026 15:58

Ein psychisch kranker Mann bewarf im Frühling und Sommer 2025 zwölf junge Frauen und zwei Männer in Wien mit grausigen Fäkaliengemischen. Die Opfer sind traumatisiert, mussten die Ansteckung mit schweren Krankheiten befürchten. In der Verhandlung wird klar: Die Ekel-Angriffe wären wohl verhinderbar gewesen.

„Es geht heute um wirklich abstoßende Angriffe auf junge Frauen in Wien“, leitet der Staatsanwalt am Donnerstag im Wiener Landl ein. Und ergänzt: „Der Fall legt aber auch grundlegende Probleme in der österreichischen Gesundheitsversorgung offen, die offenbar mit Engpässen zu tun haben.“ Auch die Verteidigerin des Angeklagten sagt: „Er ist Opfer eines systemischen Mangels.“

Wollte sich kurz davor selbst einweisen
Denn im konkreten Fall wurde der Mann in der Klinik Hietzing vorstellig und wollte mit Suizidgedanken in der Psychiatrie aufgenommen werden. „Wenn ihr mich nicht aufnehmt, werde ich Menschen vergewaltigen. Ich werde eine Flasche nehmen, rein urinieren und auf jemanden werfen. Ich werde zehn Leute umbringen“, habe der Mann in der Klinik gesagt und die dortigen Mitarbeiter auch mit einem Stanleymesser bedroht. Dennoch wurde der 29-jährige Rumäne nicht aufgenommen.

Ekelerregende Attacken in der U-Bahn
Nur vier Tage später, am 29. April, kam es zu dem ersten Angriff. Der Mann, der laut Gutachten an schwerwiegenden und nachhaltigen psychischen Störungen leidet, soll im Frühling und Sommer 2025 in mehr als einem Dutzend Fällen ekelerregende Fäkalattacken auf Frauen verübt haben –  vorwiegend bei U-Bahn-Stationen der Linien U4 und U6 beim Margaretengürtel, wo der Angreifer damals auch genächtigt hatte.

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Der Fall legt auch grundlegende Probleme in der österreichischen Gesundheitsversorgung offen, die offenbar mit Engpässen zu tun haben.

Der Staatsanwalt im Prozess

Aus einem Becher schüttete der junge Mann die grausigen Gemische aus Kot, Urin, Sperma, die auch aus einem Baustellenklo gestammt haben, auf seine überwiegend weiblichen Opfer. Teils waren auch Spritznadeln, Würmer und Zigarettenstummel in den Bechern. „Der Angreifer hat auf mein Gesicht gezielt“, erinnert sich eine junge Frau als Zeugin. „Es hat bestialisch gestunken. Der Geruch war beißend“, sagt ein Mann, der ebenfalls getroffen wurde.

„Die Opfer sind schwer traumatisiert. Und die mussten auch mehrere Untersuchungen über sich ergehen lassen, ob sie mit schweren Krankheiten wie Hepatitis angesteckt wurden“, so der Staatsanwalt. „Insbesondere, weil den Fäkalien auch Spritznadeln beigefügt wurden.“ Die Angriffe, die bis in den Sommer gedauert haben, hätten lebensbedrohliche Folgen haben können. 

Der Beschuldigte im Wiener Landesgericht.
Der Beschuldigte im Wiener Landesgericht.(Bild: Krone KREATIV/klaus – stock.adobe.com, Anja Richter, Krone KREATIV)

Rumäne hörte Stimmen
„Ich flehe sie an. Ich brauche Hilfe“, hatte der Mann im Frühling in der Klinik zu den Ärzten gesagt, als er eingewiesen werden wollte. „Ich wurde gefoltert. Ich wollte nur, dass die Folter endlich aufhört. Nachdem ich geworfen habe, haben mich diese Menschen eine Woche in Ruhe gelassen. Dann hat es wieder begonnen“, erklärt er. Dass er bei seinen Angriffen immer junge Frauen getroffen hätte, sei „purer Zufall“ gewesen. „Die Frauen gehen auf der Straße und plötzlich haben sie Fäkalien im Gesicht“, konfrontiert die Richterin den Betroffenen mit seinen Ekel-Taten. „Es tut mir sehr leid. Ich brauche Hilfe, ich weiß.“

„Aufnahme medizinisch nicht indiziert“
Die damals diensthabende Ärztin sagt im Prozess als Zeugin aus. Sie erklärt: „Eine medizinische Indikation gab es nicht. Wir sind sehr streng bei stationären Aufnahmen.“ Ihrer Einschätzung nach habe er die massiven Drohungen in jener Nacht nicht aus einer psychiatrischen Erkrankung heraus gemacht. Vielmehr sei er betrunken und durch Drogen beeinträchtigt gewesen. „Daher war es für uns ein Fall für die Polizei.“ Die nach der Drohung mit dem Messer auch gerufen wurde. Doch auch die Beamten sahen keine akute Gefährlichkeit.

Gutachterin Sigrun Roßmanith sieht in ihrem Gutachten eine strukturschwache Persönlichkeitsstörung, keine Schizophrenie. Er habe eine ausgeprägte Selbstwertschwäche und fehlende Frustrationstoleranz, durch die sich immer mehr Aggression und Spannung aufgebaut habe. Bei den Attacken sei er unter Einfluss von gewaltfördernden Suchtmitteln gestanden, sei aber zurechnungsfähig gewesen. „Er hat dabei auch eine Abrechnung gemacht und sich danach erleichtert gefühlt“, erklärt die Gutachterin.

Im Prozess droht dem Rumänen zusätzlich zu einer Strafe eine Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum. „Er bleibt höchstgefährdet, neuerliche Taten an Zufallsopfern zu setzen“, sagt Rosmanith. Vertagt für weitere Zeugen.

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