Tourismuszahlen

Es herrscht Eiszeit im sonnigen Südburgenland

Burgenland
15.01.2026 06:00

Per Du ist passé! Jetzt regiert die Höflichkeitsform die Debatten um geschäftliche Erfolge sowie Rückgänge von Nächtigungen und fehlendes Marketing im Südburgenland. Der Tourismus-Chef wehrt interne Kritik ab. 

So frostig wie draußen ist derzeit auch das Verhältnis zwischen Didi Tunkel und Johann Haberl. Der Streit um die Tourismuszahlen ist zuletzt so persönlich geworden, dass der Larimar-Chef dem Tourismus-Chef das Du-Wort entzog. Der Stegersbacher Hotelier hatte seine Kritik über fehlendes Marketing, gesunkene Nächtigungszahlen und der Erhöhung der Ortstaxe wiederholt öffentlich angebracht, sprach auch von Untätigkeit und Fehlentwicklungen im Burgenland Tourismus.

Larimar-Chef Haberl entzog dem Tourismus-Direktor zuletzt das Du-Wort. Sein Hotel in Stegersbach ...
Larimar-Chef Haberl entzog dem Tourismus-Direktor zuletzt das Du-Wort. Sein Hotel in Stegersbach ist vielfach ausgezeichnet.(Bild: Hotel Larimar)

Kritik sei erlaubt, sagt Tunkel. Aber nicht das ständige Schlechtreden des eigenen Standorts. Statt weiter Worte auszutauschen, wählte Tunkel eine andere Antwort. Er lud private Zimmervermieter zu einem Gespräch und legte Zahlen auf den Tisch. Nicht um etwas schönzureden, sondern um zu zeigen, warum es wichtig ist, die Gesamtentwicklung im Auge zu behalten.

Klarer Konter: Tunkel antwortet seinen Kritikern mit Zahlen.
Klarer Konter: Tunkel antwortet seinen Kritikern mit Zahlen.(Bild: MARTIN STEIGER)

Rückgänge gebe es, räumte Tunkel ein. Aber diese Zahlen zeigen nicht die gesamte Entwicklung im Süden. Bei nahezu gleichbleibender Bettenanzahl hätten die privaten Zimmervermieter im selben Zeitraum um fast 50 Prozent zugelegt. Der Blick müsse daher weiter gefasst werden. „Der Tourismus funktioniert nicht entlang von Bezirksgrenzen“, sagte Tunkel. In der Gesamtschau ergebe sich ein anderes Bild, nämlich, dass so viele Gäste in den Süden kommen, wie noch nie. Jennersdorf zeige deutlich, wie stark man aufgestellt sei, sagt er. Trotz der Rückgänge in Loipersdorf stehe der Bezirk gut da. „Das spricht für die Breite des Angebots im Süden“, so der Tourismus-Chef.

Viele Initiativen im Süden gesetzt
Auch den Vorwurf, im Landessüden werde zu wenig getan, ließ Tunkel nicht stehen. Marketingkampagnen, unzählige neue Rad- und Wanderangebote, Veranstaltungen, ein eigenes Magazin und digitale Services seien gezielt umgesetzt worden. Wer davon nichts mitbekomme, müsse sich auch fragen lassen, ob Informationen und Newsletter gelesen würden.

Debatte über Ortstaxe lauter als Wirkung
Besonders störe ihn, wenn das Südburgenland öffentlich schlechtgeredet werde. „Warum schwächt man sich selbst, wenn vieles gut läuft?“, hielt Tunkel fest. Persönliche Angriffe habe er in seiner Funktion schon viele erlebt. Die nehme er zur Kenntnis, entscheidend seien am Ende die Fakten. Die viel diskutierte Ortstaxe streifte der Tourismus-Chef nur kurz. Zwei Euro mehr würden keinen Gast von einem Aufenthalt abhalten. Die Debatte darüber sei lauter als ihre tatsächliche Wirkung. 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt