Machtpoker um Insel

Soldaten für Grönland: Deutschland zieht nach!

Außenpolitik
14.01.2026 19:44

Jetzt geht alles ganz schnell! Mehrere europäische Staaten haben angekündigt, per Sofortmaßnahme Soldaten auf Grönland zu stationieren. Kann Donald Trump so abgeschreckt werden? Erste Signale deuten auf das genaue Gegenteil hin ...

Angesichts der US-Drohungen gegen Grönland holt sich Dänemark militärische Hilfe von europäischen NATO-Partnerländern. Einige Offiziere der schwedischen Armee werden noch im Laufe des Mittwochs auf Grönland eintreffen, sagte der schwedische Regierungschef Ulf Kristersson in Stockholm. Die Armeeangehörigen würden auf Ersuchen Dänemarks entsandt – zunächst für eine Übung.

Norwegen beordert ebenfalls zwei Verteidigungsbeamte nach Grönland. Zuvor hatte der norwegische Verteidigungsminister Tore Sandvik gegenüber Reuters erklärt, dass die Beamten „die weitere Zusammenarbeit zwischen den (NATO-)Verbündeten ausarbeiten“ würden. Auch Deutschland wird am Donnerstagvormittag erste Soldaten nach Grönland fliegen. Zunächst solle ein „Vorabtrupp“ – laut einem Regierungssprecher 13 Aufklärungssoldaten – aktiv werden.

Treffen ohne Ergebnis
Der Zeitpunkt der gemeinsamen Aktion wurde offenbar strategisch gewählt. Abgeordnete aus Dänemark und Grönland trafen sich etwa zur selben Zeit in Washington mit US-Vize JD Vance und Trumps Außenminister Marco Rubio, um über die Zukunft der riesigen Eisinsel zu verhandeln. Laut Kopenhagen sei das Treffen „gut“ verlaufen.

Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen bestätigte in einer Pressekonferenz jedoch, dass „fundamentale Meinungsverschiedenheiten“ nicht ausgeräumt werden konnten (siehe Tweet oben). Die Gesprächskanäle sollen weiter „offen“ bleiben, um die langfristige Sicherheit Grönlands „innerhalb des derzeitigen Rahmens“ zu gewährleisten. Soll heißen: An den Positionen hat sich nichts geändert und Trump soll fernbleiben! Das Treffen dauerte Reportern zufolge nur eineinhalb Stunden.

Trump tobt und droht weiter
In Washington dürfte Europas Schritt weniger gut angekommen sein. Die USA reagierten auf die Truppenankündigungen mit Spott und Hohn (siehe Tweet unten). Das Weiße Haus veröffentlichte ein KI-generiertes Bild von zwei Hundeschlitten – einer auf dem Weg in Richtung Weißes Haus, der andere in Richtung China und Russland. Über dem Bild steht die Frage „Welcher Weg soll es sein, Grönland?“ 

US-Präsident Trump baute bereits vor dem Treffen Druck auf und schrieb in Versalien: „WENN WIR ES NICHT TUN, WERDEN ES RUSSLAND ODER CHINA MACHEN, UND DAS WIRD NICHT PASSIEREN!“ 

Die USA ignorieren damit weiterhin alle Stoppsignale aus Europa. Dänemark kündigte bereits vor dem Treffen in Washington an, seine militärische Präsenz auf Grönland weiter zu verstärken. „Wir werden aber auch innerhalb der NATO auf mehr Übungen und eine verstärkte Präsenz der NATO in der Arktis drängen“, sagte der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen am Mittwoch. Dänemark führe mit seinen Verbündeten Gespräche „über neue und verstärkte Aktivitäten im Jahr 2026“ bezüglich Grönland.

US-Präsident Trump konterte mit unveränderter Maximalposition. Die NATO-Mitgliedschaft des zum Königreich Dänemark gehörenden Territoriums im Nordatlantik sei kein ausreichender Schutz für Grönland. Alles andere, als dass sich die USA Grönland einverleiben, sei „inakzeptabel“.

Europa reagiert geeint auf US-Drohungen
Frankreich wird angesichts der US-Ansprüche ein Konsulat auf Grönland eröffnen. Die Vertretung solle am 6. Februar ihre Arbeit aufnehmen, sagte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot am Mittwoch dem Sender RTL. Die USA müssten aufhören, Grönland zu erpressen und die Kontrolle über die größte Insel der Welt zu fordern, so Barrot.

Hintergrund

  • Grönland ist ein autonomer Teil des Königreichs Dänemark und damit Teil des NATO-Bündnisses.
  • Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit Interesse am Erwerb der riesigen, rohstoffreichen Insel gezeigt.
  • Militärisch macht sein Vorstoß wenig Sinn, die USA besitzen bereits eine Basis auf Grönland – und haben entsprechend Zugang zu der Insel.

Der französische Präsident Emmanuel Macron warnte Trump nach einer Kabinettssitzung in Paris scharf vor einem Vorgehen gegen Grönland. Ein Angriff gegen die Souveränität eines europäischen und verbündeten Landes würde „eine Kaskade von beispiellosen Konsequenzen“ auslösen. Frankreich beobachte die Situation mit größter Aufmerksamkeit und werde in voller Solidarität mit Dänemark und seiner Souveränität handeln.

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