Dänemarks Regierung hat angekündigt, die Militärpräsenz auf Grönland zu erhöhen. „Wir werden aber auch innerhalb der NATO auf mehr Übungen und eine verstärkte Präsenz der NATO in der Arktis drängen“, sagte der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen.
Auch die deutsche Regierung hatte sich zuletzt für eine stärkere Präsenz der NATO ausgesprochen. In der Region seien immer mehr Aktivitäten Russlands und Chinas zu beobachten, sagte Außenminister Johann Wadephul. „Damit muss man umgehen.“
Dass Dänemark mehr Militär nach Grönland schicken will, hat mit den Besitzansprüchen der USA auf die Insel zu tun. US-Präsident Donald Trump hatte mit Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten in der Arktis argumentiert, zunächst von einem Kauf, dann von militärischer Gewalt gesprochen. Das autonome Gebiet Grönland gehört zum Königreich Dänemark, das wie die USA auch Teil der NATO ist.
Gespräch im Weißen Haus am Mittwoch
Die dänische und grönländische Regierung lehnen die Übernahmepläne der USA entschieden ab. Am heutigen Mittwoch kommen Dänemarks Chefdiplomat Lars Løkke Rasmussen und seine grönländische Kollegin Vivian Motzfeldt zu einem Gespräch mit US-Vizepräsident James Vance und US-Außenminister Marco Rubio im Weißen Haus zusammen. Rasmussen und Motzfeldt werden vermutlich argumentieren, dass sich die strategischen Interessen Trumps auch anders befriedigen lassen können als über einen Anschluss Grönlands an die USA.
Ende der Woche ist ein weiteres Treffen beider Seiten geplant, voraussichtlich am Freitag oder Samstag.
Patrouillen von China und Russland
Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit Interesse am Erwerb der rohstoffreichen Insel gezeigt. Er behauptet, Dänemark sei nicht in der Lage, Grönland vor der Präsenz russischer und chinesischer Schiffe zu schützen. Die Chinesinnen und Chinesen schicken Forschungsschiffe in die Region, die unter wissenschaftlichem Deckmantel vermutlich militärische Erkundungen vornehmen. Laut dem Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte in Europa, Alexus G. Grynkewich, gibt es auch gemeinsame Patrouillen mit den Russinnen und Russen.
Die Vereinigten Staaten betreiben auf Grundlage von Abkommen mit Dänemark die Pituffik Space Base auf der Insel. Dieser Stützpunkt unterstützt unter anderem Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und Weltraumüberwachungsmissionen. Dass die USA militärischen Zwang nicht ausschließen, sorgt in Europa für große Beunruhigung. Als wahrscheinlich gilt aber, dass dies nur als Drohkulisse genutzt wird, um die Insel kaufen zu können.
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