Der Osten Österreichs rutscht: Gefrierender Regen legt am Dienstagmorgen weite Teile des Landes lahm – es besteht akute Rutschgefahr. Der Flughafen Schwechat musste am Vormittag gesperrt werden, Züge sind ausgefallen und Dutzende Sturzopfer liegen bereits im Spital. Es wurde appelliert, nicht notwendige Wege zu unterlassen.
Die Wetterkarte der Österreichischen Unwetterzentrale (uwz) leuchtete zum frühen Nachmittag alarmierend rot und violett – höchste Warnstufe bestand besonders in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und dem Burgenland! Eisige Straßen, Chaos am Flughafen und massive Einschränkungen im Öffi-Verkehr – wer unterwegs ist, sollte extra Zeit einplanen und besonders vorsichtig sein.
Ambulanzen bereits voll
Das starke Glatteis hat am Dienstag in der Früh dafür gesorgt, dass sich zahlreiche Menschen bei Stürzen verletzt haben. Die Unfallambulanz im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt verzeichnete am Vormittag bereits die ersten Verletzten und rechnete bis Mittag mit vermehrtem Zustrom.
Auch in Wien gab es bis Mittag bereits weit über 60 Einsätze wegen gestürzter Personen. Die Ambulanz sei voll, hieß es auch beim Unfallkrankenhaus Linz, die zu Verarztenden seien „sicher zu 90 Prozent“ Sturzopfer.
Reisende brauchen starke Nerven
Besonders heftig traf es den Flughafen Wien-Schwechat: Mehrere Maschinen konnten in der Früh wegen der eisglatten Pisten nicht landen und mussten nach München, Frankfurt, Venedig und Köln umgeleitet werden. Andere Flüge starteten verspätet oder wurden gleich ganz gestrichen, wie das Luftfahrtmagazin „Austrian Wings“ berichtet. Insgesamt waren 140 Flüge betroffen. Um 11 Uhr wird der Betrieb wieder aufgenommen. Dann sollen zunächst abfliegende Maschinen abgefertigt werden. Ab Mittag soll es auch wieder Landungen geben.
„Dicke Eisschicht hat sich gebildet“
Auf dem gesamten Vorfeld, den Rollwegen und den Pisten habe sich „eine dicke Eisschicht gebildet, die unmittelbar nach der Enteisung sofort neu gefriert“, erläuterte Kleemann. Der Winterdienst in Schwechat sei „seit den Nachtstunden voll im Einsatz“. Die Betonfläche beträgt etwa eine Million Quadratmeter. Es werde intensiv daran gearbeitet, den Flugbetrieb so rasch wie möglich wieder zu ermöglichen, sagte der Sprecher.
Chaos auch auf Schienen
Doch nicht nur im Flugverkehr ging nichts mehr: Auch auf der Schiene herrschte Chaos! „Wegen der derzeitigen Witterung ist bis voraussichtlich nachmittags mit Abweichungen und Verspätungen im Zug- und Busverkehr in Wien, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich und Salzburg zu rechnen. Wir ersuchen Sie daher, nicht dringende Reisen auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben“, teilt die ÖBB Dienstagmorgen mit. Aufatmen hieß es dann gegen 14 Uhr: Die Sperren wurden wieder aufgehoben.
„Rien ne va plus“, berichtete etwa eine „Krone“-Leserin, die in Gänserndorf (Niederösterreich) stundenlang vergeblich auf den Zug wartete. „Es gab Jubelschreie, als der erste Zug stehen geblieben ist – verrückt“, schilderte sie.
Ich sehe die Leute draußen nur herumrutschen. Unsere Einfahrt ist so vereist. An ein Hinausfahren ist nicht zu denken. Das ist schon eher ungewöhnlich.
„Krone“-Leserin
„Das ist ja lebensgefährlich da draußen“, schilderte ein Passant im 19. Wiener Gemeindebezirk. Ähnliche Verhältnisse gab es auch in Hernals: „Ich sehe die Leute draußen nur herumrutschen. Unsere Einfahrt ist so vereist. An ein Hinausfahren ist nicht zu denken. Das ist schon eher ungewöhnlich“, erzählte eine „Krone“-Leserin.
Verspätungen auch bei Wiener Linien
Verspätungen gab es auch witterungsbedingt bei den Wiener Linien. Dort kam es zu unregelmäßigen Intervallen bei Bim- und Buslinien.
Fotos aus Wien zeigen die vereisten Straßen:
Fernzüge zum Flughafen Wien waren am Morgen komplett ausgefallen. Entwarnung gab es nur für S-Bahn und City Airport Train (CAT) – diese verkehren planmäßig. Auf der Südstrecke Richtung Graz endet der Zugverkehr nicht mehr am Wiener Hauptbahnhof, sondern bereits in Wien-Meidling.
Salzstreuverbot aufgehoben
Andreas Huber, Sprecher der Berufsrettung Wien, berichtet von über 30 Einsätzungen wegen Stürzen in der Nacht und bis 8.30 Uhr morgens. Angesichts der gefährlichen Lage zog auch die Stadt Wien die Notbremse: Das bisher geltende Salzstreuverbot wurde aufgehoben. Bis Dienstagmittag (12 Uhr) durfte wieder kräftig gestreut werden, bestätigte die MA 48. Sicherheit geht vor!
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