„Krone“-Gastkommentar

Staatsanleihen, nein danke

Kolumnen
12.01.2026 11:00

Die ersten Tage des Jahres sollte man nutzen, um die eigene Investmentstrategie auf den Prüfstand zu stellen, Risiken zu minimieren und Chancen zu maximieren. Seit Jahren stört mich die gängige Praxis, in einen Mix aus Anleihen und Aktien zu investieren. Der 60:40-, 70:30-, 80:20-Mix besagt: je älter, desto mehr Anleihen, um das Portfolio „sicherer“ für die Pension zu gestalten. Edelmetalle galten lange Zeit nicht als Bestandteil eines Portfolios, obwohl sie für Sicherheit und Inflationsschutz sorgen.

Anleihen hingegen wurden Privatanlegern stets als sicher verkauft, obwohl sie nicht einmal in den Hochzinsphasen der 1990er-Jahre überzeugen konnten. Wer eine Anleihe erwirbt, hat de facto einen Kredit für eine fixe, vergleichsweise niedrige Verzinsung vergeben. Das Risiko ist dabei unverhältnismäßig hoch, denn die Zinsen gleichen oft nicht einmal die Inflation aus. Mit Staatsanleihen entschulden sich Staaten regelmäßig, wenn die Inflation höher ist als die Zinsen, die jene Staatsanleihen abwerfen. Bei zu hohen Staatsschulden sind Staatspleiten oder Hyperinflation immer möglich. Argentinien, Venezuela, Russland, Türkei oder Griechenland haben Privatanlegern schmerzhafte Verluste beschert. Und wer garantiert, dass die USA ausländische Gläubiger immer voll bedienen?

Bei Anleihen stehen niedrige Zinsen mitunter einem hohen Risiko gegenüber. De facto sollte man das riskante Kreditgeschäft den Banken überlassen.

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