Es hätte eine lustige Nacht in Linz werden sollen, stattdessen endete der Abend für zwei Schwestern (27, 22) in der Notaufnahme. Heute steht ein 42-Jähriger vor Gericht – er soll die jungen Frauen in einer Straßenbahn erst beleidigt und sie dann brutal verprügelt haben, bevor er sich aus dem Staub machte.
Ein Fall, der schockiert: Zwei junge Frauen aus dem Bezirk Steyr-Land (OÖ) waren am 16. März nach Linz gekommen, um dort fortzugehen. Nach einem lustigen Abend waren die beiden Schwestern am Taubenmarkt in eine Straßenbahn gen Süden eingestiegen, um bei einer Freundin zu übernachten. Es kam aber alles ganz anders, wie am Landesgericht Linz zu hören sein wird.
Avancen und Beleidigungen
In der Straßenbahn nämlich sei ein Mann auf sie zugekommen. Erst habe er ihnen Avancen gemacht, die aber schnell in Beleidigungen umgeschlagen seien. Sie würden wie Prostituierte aussehen, seien dafür aber zu hässlich, habe der einheimisch anmutende Mann gemeint – was die Frauen nur einen Lacher kostete.
Schläge ins Gesicht
Das reichte aber offenbar, um den Mann zur Weißglut zu bringen. Bei der Haltestelle WIFI sei er aufgestanden und habe den Haltewunsch gedrückt. Bevor er ausstieg, drehte er sich aber um und schlug beiden mit voller Wucht ins Gesicht. Der älteren Schwester brach er damit das Nasenbein, der Jüngeren fügte er eine Kieferprellung zu, bevor er in der Nacht verschwand. Ein türkischstämmiger Linzer wurde Zeuge der Tat, begleitete die Geschwister ins Krankenhaus und brachte sie anschließend nach Hause.
Der Fall sorgte aber noch länger für Aufruhr: Im Zuge der Ermittlungen wollte die Polizei ein Überwachungsfoto aus der Straßenbahn zu Fahndungszwecken veröffentlichen – doch die Staatsanwaltschaft Linz stellte sich quer. Zu schlecht sei die Qualität, sodass das vorhandene Bildmaterial nur zu Spekulationen führen könnte, wie es damals hieß.
Erst am 18. September stimmte man schließlich einer Veröffentlichung zu. „Das nun vorliegende Bildmaterial ist deutlich besser als das vorherige“, betonte Ulrike Breiteneder, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Linz damals.
Bessere Überwachungskameras
Und siehe da: Das Bild und ein Hinweis aus der Bevölkerung führten zur Ausforschung eines 42-Jährigen, der sich nun verantworten muss. Dem Mann wird schwere Körperverletzung vorgeworfen, ihm drohen bis zu drei Jahre Haft. Er selbst behauptete in einer Einvernahme, unschuldig zu sein – es handle sich um eine Verwechslung. Auch die Linz AG zog aus dem Vorfall Konsequenzen und will ihre Überwachungskameras erneuern.
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