Lokalchef gibt zu:

Notausgang von Schweizer Todesbar war verschlossen

Ausland
10.01.2026 15:33
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach der Feuertragödie im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana mit Dutzenden Todesopfern hat der Betreiber zugegeben, dass die Tür des Notausgangs verschlossen war.

Die Brandkatastrophe in der Silvesternacht wurde durch Champagner-Wunderkerzen ausgelöst. 116 Menschen wurden verletzt, 40 verloren ihr Leben. Diese Anzahl an Opfern hätte wohl weitaus niedriger ausfallen können. Wie der Betreiber der Bar „Le Constellation“, Jacques Moretti, nun gegenüber den Ermittlern zugab, war die im Untergeschoss gelegene Notausgangstür von innen verriegelt.

Der Chef der Schweizer Bar „Le Constellation“ wurde verhaftet. Rechts im Bild seine Ehefrau, die ...
Der Chef der Schweizer Bar „Le Constellation“ wurde verhaftet. Rechts im Bild seine Ehefrau, die ebenfalls verdächtigt wird, aber noch auf freiem Fuß ist.(Bild: AFP/FABRICE COFFRINI, Krone KREATIV)

Der Barbetreiber erklärte außerdem, dass er erst nach dem Brand die verschlossene Tür von außen aufgeschlossen habe. Dahinter habe er mehrere leblose Körper gefunden. Warum die Tür verriegelt war, darüber habe er laut eigenen Angaben keine Kenntnis.

Dass der Notausgang stets verschlossen war, hatten zuvor schon ehemalige Mitarbeiter des Lokals berichtet. Moretti räumte laut dem Schweizer Sender RTS zudem ein, den in Brand geratenen Schaumstoff persönlich ausgetauscht zu haben. Er soll demnach Material aus dem Baumarkt verwendet haben.

In der Bar „La Constellation“ kamen Dutzende – darunter viele junge – Menschen um.
In der Bar „La Constellation“ kamen Dutzende – darunter viele junge – Menschen um.(Bild: AFP/MAXIME SCHMID)

Anklage gegen Betreiber könnte verschärft werden
Die neuen Erkenntnisse könnten sich auf die strafrechtliche Verantwortung des Betreiber-Ehepaars auswirken: Derzeit läuft die Anklage noch auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Brandstiftung und fahrlässige Körperverletzung. Sollten die Besitzer jedoch bewusst das Risiko des verschlossenen Notausgangs in Kauf genommen haben, könnte die Justiz sogar Mord durch bedingten Tötungsvorsatz in Betracht ziehen, wie der Sender RTS berichtet. Dann droht eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren.

Moretti musste sich am Freitag einer ersten Befragung unterziehen. Wie Schweizer Medien übereinstimmend berichten, wurde er danach wegen möglicher Fluchtgefahr verhaftet. Über seine Ehefrau Jessica Moretti wurde Hausarrest verhängt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung