Lokalchef gibt zu:
Notausgang von Schweizer Todesbar war verschlossen
Nach der Feuertragödie im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana mit Dutzenden Todesopfern hat der Betreiber zugegeben, dass die Tür des Notausgangs verschlossen war.
Die Brandkatastrophe in der Silvesternacht wurde durch Champagner-Wunderkerzen ausgelöst. 116 Menschen wurden verletzt, 40 verloren ihr Leben. Diese Anzahl an Opfern hätte wohl weitaus niedriger ausfallen können. Wie der Betreiber der Bar „Le Constellation“, Jacques Moretti, nun gegenüber den Ermittlern zugab, war die im Untergeschoss gelegene Notausgangstür von innen verriegelt.
Der Barbetreiber erklärte außerdem, dass er erst nach dem Brand die verschlossene Tür von außen aufgeschlossen habe. Dahinter habe er mehrere leblose Körper gefunden. Warum die Tür verriegelt war, darüber habe er laut eigenen Angaben keine Kenntnis.
Dass der Notausgang stets verschlossen war, hatten zuvor schon ehemalige Mitarbeiter des Lokals berichtet. Moretti räumte laut dem Schweizer Sender RTS zudem ein, den in Brand geratenen Schaumstoff persönlich ausgetauscht zu haben. Er soll demnach Material aus dem Baumarkt verwendet haben.
Anklage gegen Betreiber könnte verschärft werden
Die neuen Erkenntnisse könnten sich auf die strafrechtliche Verantwortung des Betreiber-Ehepaars auswirken: Derzeit läuft die Anklage noch auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Brandstiftung und fahrlässige Körperverletzung. Sollten die Besitzer jedoch bewusst das Risiko des verschlossenen Notausgangs in Kauf genommen haben, könnte die Justiz sogar Mord durch bedingten Tötungsvorsatz in Betracht ziehen, wie der Sender RTS berichtet. Dann droht eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren.
Moretti musste sich am Freitag einer ersten Befragung unterziehen. Wie Schweizer Medien übereinstimmend berichten, wurde er danach wegen möglicher Fluchtgefahr verhaftet. Über seine Ehefrau Jessica Moretti wurde Hausarrest verhängt.










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