Im Iran haben am Freitagabend erneut massenhaft Menschen gegen die verhasste Regierung protestiert, unter anderem in den Millionenmetropolen Maschhad und Teheran. In der Hauptstadt ließ das Regime einem Bericht zufolge in die Menge feuern, mehr als 200 Demonstranten sollen dabei getötet worden sein.
Ein Arzt aus Teheran sagte dem US-Magazin „Time“, sechs Krankenhäuser in der iranischen Hauptstadt hätten zusammen mindestens 217 Todesfälle unter Demonstrierenden verzeichnet – die meisten seien „durch scharfe Munition“ getötet worden. Vor allem junge Menschen seien unter den Toten, so der Arzt. Einige seien erschossen worden, als Sicherheitskräfte vor einer Polizeistation im Norden Teherans mit Maschinengewehren in die Menge feuerten.
Mehr als 50 tote Demonstranten bestätigt
Unabhängig bestätigen lassen sich diese Zahlen nicht. Aktivisten zufolge sind bei den landesweiten Protesten bisher 51 Zivilisten getötet worden, allerdings fehlten dabei noch Zahlen aus mehreren Großstädten vom Donnerstag und aus der vergangenen Nacht. Hunderte weitere Menschen sollen bei Konfrontationen mit den Sicherheitskräften verletzt worden sein, berichtete die Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo.
Sollte es tatsächlich schon Hunderte Tote bei den seit mittlerweile zwei Wochen anhaltenden Protesten geben, ist das eingetreten, was viele befürchtet haben: Ein Massaker, von dem durch eine Kommunikationssperre nichts nach außen dringen soll. Denn das Regime hat bereits eine landesweite Internetsperre verordnet und Telefonverbindungen abschalten lassen.
Moschee angezündet
Deswegen dringen nur wenige Aufnahmen aus dem Iran nach außen und das genaue Ausmaß der Demonstrationen am Freitag war vorerst unklar. Die raren Videos von Menschenansammlungen auf zentralen Plätzen in den Großstädten werden aber vielfach in sozialen Medien geteilt. Auf den Aufnahmen sind Brände und chaotische Szenen auf den Straßen zu erkennen. „Tod dem Diktator“, ruft die Menge. In einem von Aktivisten veröffentlichten Video sind Menschenmassen im nordwestlichen Teheraner Stadtteil Saadat Abad vor einer angezündeten Moschee zu sehen (siehe Video unten).
Trump: „Werden uns einmischen“
US-Präsident Donald Trump wiederholte unterdessen seine Warnung an die iranische Regierung, dass die USA eingreifen würden, falls wie in der Vergangenheit Menschen getötet werden: „Wir werden uns einmischen, wir werden sie sehr hart treffen, wo es wehtut.“ Damit sei allerdings kein Einsatz von US-amerikanischen Bodentruppen gemeint.
Deutschland, Frankreich und Großbritannien forderten die iranische Staatsführung zum Gewaltverzicht auf. „Wir sind zutiefst besorgt über Berichte von Gewalt durch iranische Sicherheitskräfte und verurteilen die Tötung von Demonstranten auf das Schärfste“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer.
Iran: Sorgen „heuchlerisch“
Die iranischen Behörden seien verantwortlich für den Schutz der eigenen Bevölkerung, sie müssten Meinungsfreiheit und friedliche Versammlungen zulassen, ohne dass Angst vor Repressalien herrsche. Der Iran warf den drei Ländern in einer Reaktion vor, dass ihre Sorgen „heuchlerisch“ seien. „Wir verurteilen böswillige Einmischungen in Irans innere Angelegenheiten, die darauf abzielen, Gewalt zu provozieren“, hieß es dort.
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