Die Golden-Globes-Gala in Los Angeles naht: Der wichtige Film- und Fernsehpreis wird in der Nacht auf Montag verliehen – welche Produktionen und Schauspieler die besten Chancen auf einen Preis haben.
Goldene Statuen, roter Teppich, edle Ballkleider – es wird eine der glamourösesten Abende in Hollywood, wenn in der Nacht auf Montag wieder die Golden Globes verliehen werden. Der Film- und Fernsehpreis gilt als der wichtigste, gleich hinter den Oscars und ist vor allem ein Gradmesser für Letzteren. Wer einen Golden Globe abräumt, hält oftmals zwei Monate später auch einen Oscar in der Hand.
Leonardo DiCaprio als haushoher Favorit
Hoffen dürfen heuer viele Superstars und auch einige nicht so bekannte Gesichter auf eine Ehrung. Allen voran Leonardo DiCaprio, der mit seiner Rolle als linker Terrorist in „One Battle After Another“ hoch gepokert – und bisher nur gewonnen hat. Das politisch brisante Drama (s. Kommentar unten) steht mit gleich neun Nominierungen klar an der Spitze der Favoriten. Chancen auf einen Preis haben nicht nur DiCaprio, sondern auch drei seiner Co-Stars sowie Regisseur Paul Thomas Anderson. Wer jetzt neugierig geworden ist – der Film lief bereits vor einigen Monaten im Kino, kann aber jetzt auf Amazon Prime Video gestreamt werden.
Weil die Jury der Golden Globes aus Hunderten internationalen Journalisten besteht, haben europäische und andere internationale Produktionen bessere Chancen als bei den Oscars. Das spiegelt sich heuer vor allem in den acht Nominierungen für das norwegische Familiendrama „Sentimental Value“ (jetzt im Kino) wider. Darin tragen zwei Schwestern mit ihrem Vater lange verdrängte Konflikte aus – Regisseur Joachim Trier holte dafür Charakterdarsteller wie Renate Reinsve, Elle Fanning und Stellan Skarsgård an Bord und war schon in Cannes damit erfolgreich. Weitere internationale aussichtsreiche Filme sind „The Secret Agent“, „Ein einfacher Unfall“, „No Other Choice“ oder „Sirat“.
Die Golden Globes werden heuer zum 83. Mal in Los Angeles vergeben. Wer gewinnt, entscheiden Hunderte Journalisten und Journalistinnen aus aller Welt, die das Jahr über Filme und Serien sichten. Zuletzt wurde das Feld der Jury erweitert, um mehr Diversität zu erreichen. Ausgelöst wurde dies durch einen Skandal im Jahr 2021. Der Organisation hinter den Golden Globes wurden damals Belästigung, Bestechung und mangelnde Vielfalt vorgeworfen, was sogar zu einer Absage des Events geführt hat.
Insgesamt werden die Preise in 27 Kategorien vergeben. Im Bereich der Serien haben die Reichen-Satire „The White Lotus“ (Sky) mit Patrick Schwarzenegger und Michelle Monaghan sowie das Drama „Adolescence“ (Netflix) mit Steven Graham und Owen Cooper rund um toxische Männlichkeit die besten Karten. Superstars unter den „Helfern“ bei der GalaGroße Namen unter den Film-Nominierten sind Julia Roberts („After the Hunt“), Ariana Grande („Wicked: Teil 2“), Emma Stone („Bugonia“), Amanda Seyfried („The Testament of Ann Lee“), Jessie Buckley („Hamnet“), Ethan Hawke („Blue Moon“), George Clooney („Jay Kelly“), Michael B. Jordan („Blood & Sinners“) oder Timothée Chalamet („Marty Supreme“). Manche Stars sind zugleich nominiert und werden auch Auszeichnungen an Kollegen übergeben, etwa Clooney und Roberts. Unter diesen 40 „Helfern“ sind aber auch Musikstars wie Miley Cyrus, Charli XCX, Queen Latifah oder Snoop Dogg.
Nach ihrem Debüt als Gastgeberin bei der letzten Ausgabe wird die US-Entertainerin Nikki Glaser heuer bei der Gala erneut als Moderatorin auf der Bühne stehen. Man darf gespannt sein, ob die Gewinner des Prestigepreises bei ihren Reden heuer „brav“ bleiben werden oder ob der eine oder die andere das weltweite Publikum für eine Botschaft abseits der Danksagung an die Oma nutzen werden ...
Es rumort in Hollywood. Viele Stars der Branche sind erklärte Gegner der Trump-Regierung und zeigen sich gerade von den aktuellsten Vorgängen vom Konflikt mit Venezuela bis zu den tödlichen Schüssen in Minneapolis entsetzt. Doch die Kunst hat sich immer schon mit ihren Mitteln laut zu Wort gemeldet, wenn sie mit politischen und gesellschaftlichen Vorgängen nicht einverstanden war. So auch jetzt: Der Thriller „One Battle After Another“ mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle ist in einem faschistoiden Amerika angesiedelt und zeigt ein Vater-Tochter-Gespann, das von rechtsextremen Kräften in den USA verfolgt wird. Im Film wird gar ein geheimer Männerbund der Mächtigen gezeigt, der seine Ziele, wenn nötig, mit Gewalt durchsetzt. Eine politische Fabel mit klarer Botschaft – hinter der die ganze Filmbranche steht. Das zeigen die unzähligen Nominierungen und Preise für den Film, der nun auch bei den Golden Globes die Nase vorn hat.
Dazu kommen die vielen Nominierungen für „Blood & Sinners“, einen Film mit überwiegend schwarzer Besetzung, der das Vampir-Genre nutzt, um die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung in den Südstaaten zu kritisieren.
Auch wenn es sich nur um Unterhaltung handelt – Kino und Fernsehen können großen Einfluss auf die gesellschaftliche Meinung haben. Das weiß der amerikanische Präsident zu gut und nutzt das regelmäßig selbst. Und wird über einen Preisregen für obige Filme sicher nicht glücklich sein.
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