Beliebter Brauch

Start in besondere Zeit: Fasnachtsvirus aufgeweckt

Tirol
08.01.2026 16:00

„Gemmar huire in d` Fasnacht?“ Diese ultimative Frage wurde am Dreikönigstag in Imst und Nassereith gestellt. Ein ohrenbetäubendes „Ja“ läutet eine intensive und verrückte Zeit ein.

Im Turnsaal der Musikmittelschule Imst stiegen sich am „Kinigetag“ die Sechs- bis 15-Jährigen auf die Zehen. Aufgeregt zappelnd und voller Vorfreude fieberten mehr als 400 Imster „Buabe“ auf den 8. Feber, die Imster „Buabefasnacht“, hin und mit ihnen mehr als 1000 Verwandte. In einer Zeit von Smartphones und Computerspielen und des Uncoolseins des alt Hergebrachten gehen Kinder und Jugendliche in einem Jahrhunderte alten Brauch auf – ein Rätsel.

Vor allem den „Frischlingen“ gefror das Blut in den Adern beim ohrenbetäubenden „Ja“ auf die Frage von Obmann Mani Waltner: „Söll mer huire in d’Fåsnåcht giah?“ Die Entscheidung ohne Gegenstimme hat gerade für die „Buabe“ große Bedeutung, ist die Teilnahme doch später die Eintrittskarte für das große Schemenlaufen. Beim ersten „Gangle“ von Roller und Scheller saß bereits die eine oder andere Träne locker.

Hochspannung beim Ziehen der Rollen
Als das akustische Erdbeben von Imst durch das Gurgltal nach Nassereith schwappte, informierte dort gerade die „Ausruafergruppe“ in allen Ortsteilen die männliche Bevölkerung, heute Abend in den Gemeindesaal zu kommen. Dort musste das geplante Schellerlaufen am 1. Feber mit der Frage aller Fragen auch erst „offiziell bestätigt“ werden. Es war ein „Ja“, dass im ehrwürdigen Gemeindesaal da und dort der Putz von der Decke rieselte.

(Bild: Hubert Daum)
(Bild: Hubert Daum)
(Bild: Hubert Daum)

Die Spannung war auch hier kaum zu ertragen, ist es doch in Nassereith als einzige Fasnachtshochburg der Brauch, die wichtigen Rollen durch das Los bzw. das Ziehglück zu ermitteln. Ein Schrei, ein Sprung zu den Schellen – Gabriel Falbesoner darf als Debütant mit der ersten Schelle den prunkvollen Umzug eröffnen. Ein Glück, das für einen Außenstehenden in keinster Weise begreifbar ist. Insgesamt werden 14 „schiane“ Gruppen mit Scheller, Roller und Kehrer (einzigartig in Nassereith) den Kampf gegen den Winter aufnehmen. Danach stürmen 18 Aspiranten die Bühne – für nur eine Rolle, aber die wichtigste: den Bärentreiber. Ebenfalls Fassungslosigkeit beim Glückspilz Florian Huber, der sich einen Bär mit einer außergewöhnlichen körperlichen Konstitution suchen muss.

Das Fasnachtsjahr 2026 ist also eingeläutet. Die Fisser starten mit ihrem Blochziehen am 25. Jänner, am 8. Feber ziehen die Muller in Thaur um und am Unsinnigen Reiten die Wampeler in Axams.

Hubert Daum, Kronenzeitung

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Tiroler Krone
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