Die nächste Insolvenz erschüttert das Umfeld des Wiener Szene-Gastronomen Martin Ho. Über eine Firma aus seinem Unternehmensnetzwerk wurde am Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren eröffnet. Die Gesellschaft betreibt einen Nachtklub in Wien – und bietet ihren Gläubigern nun eine vergleichsweise niedrige Quote an.
Konkret geht es um die Heavy Urban Lifestyle GmbH mit Sitz in Wien. Laut der Auskunftei Creditreform wurde über das Vermögen des Unternehmens am Mittwoch ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Handelsgericht Wien eröffnet. Dabei übernimmt ein Insolvenzverwalter die Kontrolle über das Unternehmen, während ein Sanierungsplan ausgearbeitet wird.
Wie der „Kurier“ berichtet, handelt es sich um eine Gesellschaft aus dem Umfeld des bekannten Gastronomen Martin Ho. Das Unternehmen beschäftigt rund 20 Mitarbeiter und betreibt laut Angaben eine Bar beziehungsweise Diskothek namens „Urban Club“ in Wien-Ottakring.
Firma im Ho-Netzwerk
Die Heavy Urban Lifestyle GmbH firmierte früher unter DOTS Prater GmbH. Laut Firmenbuch gehört sie zu 70 Prozent der Pure Wish GmbH, deren Gesellschafter Anh Tuan Ho – besser bekannt als Martin Ho – ist. Im Insolvenzantrag wird laut Angaben des Sanierungsanwalts Günther Hödl darauf verwiesen, dass das Unternehmen im laufenden Betrieb etwa 20 Dienstnehmer beschäftigt. Die Zahl schwanke allerdings saisonbedingt.
Die monatlichen Umsätze hätten sich demnach zwischen rund 100.000 und 130.000 Euro bewegt. In den vergangenen Jahren sei es jedoch zu Umsatzeinbußen gekommen. Dadurch hätten sich Verbindlichkeiten aufgebaut, die nicht mehr vollständig bedient werden konnten und teilweise gestundet oder in Ratenzahlungen umgewandelt worden seien.
Schuldenlast drückt
Laut Insolvenzantrag sollen sich die Umsätze inzwischen wieder stabilisiert haben, sodass der Betrieb aktuell positiv wirtschaften könne. Die bestehenden Altverbindlichkeiten könnten jedoch nicht mehr aus eigener Kraft beglichen werden.
Zur genauen Höhe der Schulden wurden keine Angaben gemacht. Offene Forderungen soll es unter anderem beim Finanzamt, bei der Österreichischen Gesundheitskasse sowie bei einem Getränkehändler geben. Insgesamt werden laut Antrag 14 Gläubiger genannt.
Den Gläubigern bietet das Unternehmen eine Quote von 20 Prozent an. Eine mögliche Verbesserung dieser Quote wird im Verfahren nicht ausgeschlossen.
Letzte Bilanz mit Gewinn
Die zuletzt beim Firmenbuch eingereichte Bilanz stammt aus dem Geschäftsjahr 2022. Damals wies die Gesellschaft laut Unterlagen noch einen Bilanzgewinn von rund 1,668 Millionen Euro aus. Das Eigenkapital lag zu diesem Zeitpunkt bei etwa 1,7 Millionen Euro.
Schwierige Monate im Nachtleben
Die Insolvenz reiht sich in eine Reihe turbulenter Entwicklungen im Umfeld von Martin Ho ein. Erst vor wenigen Monaten wurde über die Betreibergesellschaft der Wiener Traditionsdiskothek Pratersauna ein Insolvenzverfahren eröffnet. Der Klub ist seit Mitte Dezember geschlossen.
Damals war von einem komplexen Geflecht aus Eigentümern, Pächtern und Betreibern rund um den Standort in der Wiener Leopoldstadt die Rede. Ho zog sich schließlich aus dem Projekt zurück. Als Grund wurde angegeben, dass kein nachhaltig tragfähiges Betriebskonzept etabliert werden konnte.
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