Chinas politische Elite ist am Donnerstag in Peking zum Nationalen Volkskongress zusammengekommen, um die wirtschaftlichen und politischen Ziele für die kommenden Jahre festzulegen. Die Volksrepublik plant demnach eine Führungsrolle bei Zukunftstechnologien wie KI, Quantencomputing und Robotik einzunehmen.
Das Land werde „die Kommandohöhen der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung erobern“ und „entscheidende Durchbrüche bei wichtigen Kerntechnologien“ anstreben, heißt es in dem 141 Seiten umfassenden Bericht. Die Pläne sind eine direkte Antwort auf den erbitterten Wettstreit mit den USA.
Herzstück der Strategie ist ein weitreichender „KI+ Aktionsplan“. Er sieht vor, künstliche Intelligenz mit Nachdruck in allen Bereichen der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu verankern. Roboter sollen in Branchen mit Arbeitskräftemangel eingesetzt werden, während KI-Agenten Aufgaben weitgehend selbstständig übernehmen sollen.
„Pekings Ziel ist es, KI und Robotik zu nutzen, um die Produktivität und Leistung in einer Vielzahl von Sektoren zu steigern, von der Fertigung und Logistik bis hin zu Bildung und Gesundheitswesen“, sagte der Experte für chinesische Technologie beim Institut Brookings, Kyle Chan. Die Regierung bezeichnete den Technologiebereich als „neue hochwertige Produktivkräfte“ und räumte ihm in ihrem Arbeitsbericht eine weitaus wichtigere Rolle ein als in den Vorjahren.
Strategische Neuausrichtung
Die strategische Neuausrichtung wird durch den zunehmenden Druck aus Washington befeuert. Der Technologiekrieg mit den USA, der zu weitreichenden Exportkontrollen für Hochleistungschips führte, hat in Peking die Entschlossenheit gestärkt, die technologische Abhängigkeit zu beenden. Über KI hinaus will die Regierung daher massiv in weitere Spitzenfelder investieren. Dazu gehören der Mobilfunkstandard 6G und Gehirn-Maschine-Schnittstellen.
Als neues Instrument im Wettbewerb mit den USA setzt China dabei überraschend auf eine Open-Source-Strategie für Künstliche Intelligenz. So wird Software bezeichnet, deren Quellcode öffentlich zugänglich ist und von jedem verändert oder weiterentwickelt werden darf. Bei US-Konkurrenten wie Google (Gemini) und OpenAI (ChatGPT) sind etwa Quellcode und Trainingsdaten nicht öffentlich zugänglich.
Aufbau offener Entwickler-Netzwerke für KI
Die Regierung will den Aufbau offener Entwickler-Netzwerke für KI gezielt fördern. „Dies ist ein wesentlicher Unterschied zwischen dem chinesischen und dem amerikanischen KI-Ansatz“, sagte die Analystin Tilly Zhang von Gavekal Dragonomics. „Ich glaube, China hat dies sehr sorgfältig studiert und beschlossen, Open-Source-KI zu einer Vorzeigestrategie und einem Wettbewerbsvorteil gegenüber den USA zu machen.“
Der Fünfjahresplan sieht zudem Durchbrüche in der Kernfusionstechnologie vor. Auch wiederverwendbare Schwerlastraketen sollen entwickelt werden, ebenso einsatzfähige Quantencomputer. Zudem soll die Machbarkeit des Baus einer Mondstation erkundet werden.
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