Einen besseren Start in die Paralympics-Woche hätte es für die Skifamilie Aigner kaum geben können: Beim ersten Abfahrtstraining markierten sowohl Veronika (mit Guide Lilly Sammer) als auch ihr Bruder Johannes (mit Guide Nico Haberl) jeweils die Trainingsbestzeit.
Besonders richtungsweisend war das erste Abfahrtstraining für Veronika Aigner, die erstmals mit Guide Lilly Sammer eine Abfahrt absolvierte. „Es war unser erstes gemeinsames Abfahrtstraining – da muss man noch nicht alles zerreißen. Für uns stand im Vordergrund, ein Gefühl füreinander und für die Strecke zu bekommen.“
Entsprechend kontrolliert gingen die beiden den Lauf an. Aigner und Sammer fuhren viele Tore bewusst aufrecht, um nicht zu viel Geschwindigkeit aufzubauen. „Wir wissen ja noch nicht ganz, was die Piste wirklich hergibt“, erklärt Aigner. Umso bemerkenswerter war der Vorsprung im Ziel: Satte 2,12 Sekunden liegt das Duo vor der ersten Verfolgerin.
Funktioniert bereits erstaunlich gut
Die Gründe dafür sind schnell ausgemacht: Das Zusammenspiel mit dem neuen Guide funktioniert bereits erstaunlich gut. „Die Kommandos sind sehr ähnlich wie bei Lisi“, sagt Aigner. Besonders wichtig sei für sie, dass ihre Guide rechtzeitig ankündigt, wenn eine Passage schneller wird oder eine Kurve enger kommt. „Dann weiß ich, dass ich richtig draufsteigen muss.“ Auch Sammer zeigt sich begeistert: „Dieses Abfahrtstraining war einfach geil!“
Neben der sportlichen Leistung sorgt das neue Duo auch abseits der Strecke für gute Stimmung. Die beiden teilen sich im Paralympischen Dorf ein Zimmer und pendeln gemeinsam zur Piste – inklusive „Partybus“-Stimmung im Shuttle. „Wir lachen viel gemeinsam, das macht einfach Spaß.“
Auftakt nach Maß
Auch Bruder Johannes legte einen Auftakt nach Maß hin. Gemeinsam mit Guide Nico Haberl stellte auch er im ersten Abfahrtstraining die Bestzeit auf – ein Ergebnis, das er selbst allerdings mit der für Trainingsläufe typischen Gelassenheit einordnet. „Der Start hätte schlechter laufen können“, schmunzelt Aigner, der 2,46 Sekunden Vorsprung auf Giacomo Bertagnolli herausfuhr.
Viel Aussagekraft misst er der Zeit dennoch nicht bei. „Im ersten Training schauen sich eigentlich alle die Strecke einmal an. Da geht es mehr darum, zu analysieren, was funktioniert hat und was nicht.“ Trotzdem scheint beim Niederösterreicher bereits vieles gut zusammengepasst zu haben: „Wir haben sicher nicht überall die perfekte Linie gehabt, aber wir haben den Ski trotzdem gut laufen lassen – deshalb ist wahrscheinlich auch die Zeit zustande gekommen.“
Anspruchsvolle Bedingungen
Die Bedingungen auf der Strecke bezeichnet er als durchaus anspruchsvoll. Die frühlingshaften Temperaturen machen den Schnee weich und teilweise unruhig. „Man merkt schon, dass es warm ist. Die Piste ist stellenweise ein bisschen schlagig aber das gehört dazu. Da muss man einfach gefühlvoll fahren.“
Die Strecke selbst kennt Aigner bereits von früheren Rennen. Im Vergleich zu damals sei sie jedoch etwas anders zu fahren. „Vor zwei Jahren konnte man manche Passagen direkter nehmen. Jetzt muss man an ein paar Stellen mehr drehen – fast ein bisschen wie im Super-G.“ Gerade dadurch werde die Abfahrt aber auch anspruchsvoller: „Das Gelände kommt stärker heraus, dadurch ist es vielleicht sogar fairer.“
Am Samstag (7. März) steht die Abfahrt auf der legendären Tofana am Paralympics-Programm, die weiteren Trainingsläufe finden am Donnerstag und Freitag statt.
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