„Einsatz unverschämt“

Trump sichert sich Venezuelas Öl: Kritik aus China

Ausland
07.01.2026 11:53
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem Militäreinsatz am Wochenende in Venezuela hat sich US-Präsident Donald Trump den Zugriff au „hochwertiges“ Öl zu Marktpreisen gesichert. China reagiert entsetzt über diese „unverschämte“ Maßnahme

30 bis 50 Millionen Barrel Öl aus Venezuela sollen die „Übergangsbehörden“ an die USA verkaufen, wie Trump am Dienstag auf „Truth Social“ verkündete. Die Geldflüsse versprach er, höchstpersönlich zu kontrollieren, um sicherzustellen, dass die Gelder zum Wohle des venezolanischen Volkes und der USA eingesetzt würden. 

China kritisiert „Amerika First“-Prinzip
Chinas Außenamtssprecherin Mao Ning verurteilte diesen Deal scharf. Der „unverschämte Einsatz von Gewalt gegen Venezuela“ durch die USA und die Forderung, dass das Land seine Ölressourcen nach dem Prinzip „Amerika zuerst“ verwalten solle, seien typische Schikane, verstießen gegen das Völkerrecht und schadeten den Rechten des venezolanischen Volkes, erkläre sie in Peking. 

Mao Ning
Mao Ning(Bild: EPA/JESSICA LEE)

Venezuela habe die volle Souveränität über seine Bodenschätze und Wirtschaftsaktivitäten, sagte Mao. Die Rechte und Interessen der Volksrepublik in dem südamerikanischen Land müssten gewahrt werden.

China größter Kunde von Öl aus Venezuela
China und Venezuela sind Verbündete. Peking ist der größte Käufer venezolanischen Erdöls, weshalb Trumps Pläne naturgemäß auf Ablehnung stoßen. Das südamerikanische Land soll mit geschätzten 303 Milliarden Barrel über die größten Ölreserven der Welt verfügen.

Dennoch ist die Ölproduktion mit etwa einer Million Barrel pro Tag eher niedrig – vor zwei Jahrzehnten wurde noch die dreifache Menge gefördert. Für diesen Rückgang sollen vor allem Sanktionen, Missmanagement beim staatlichen Energiekonzern PDVSA und Korruption verantwortlich sein. 

US-Konzerne sollen in Venezuela investieren
Nach den Vorstellungen Trumps sollen nun US-Konzerne in Venezuela investieren und die Ölindustrie wieder ankurbeln. Kritiker aus den Reihen der Demokraten werfen dem US-Präsidenten vor, das Land nur wegen seiner Ölreserven angegriffen zu haben und die angeblichen Drogendelikte des festgenommenen Staatschefs Nicolás Maduro als Vorwand genutzt zu haben. 

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