Poseidon vor Tijuana

US-Aufklärer gesichtet: Angst in Mexiko wächst

Ausland
06.01.2026 08:29

Lateinamerika steht unter Hochspannung. Nach dem Zugriff auf Venezuelas früheren Machthaber Nicolás Maduro sorgt nun eine neue Beobachtung für Nervosität: Vor der Küste Mexikos wurde ein hochgerüstetes US-Spionageflugzeug gesichtet. Die Frage, die sich vielerorts stellt: Handelt es sich um Routine – oder um ein weiteres Signal wachsender militärischer Entschlossenheit der USA?

Wie die „Bild“ berichtet, wurde auf Tracking-Plattformen eine P-8 „Poseidon“ der US-Marine bei Aufklärungsflügen nahe Tijuana geortet, südlich der US-Grenze bei San Diego. Die Maschine hob laut Flugdaten im US-Bundesstaat Washington ab, flog entlang der US-Westküste und weiter in die Gewässer vor Mexiko.

Die P-8 basiert auf einem umgebauten Boeing-737-Jet und gilt vor allem als fliegende Spionagezentrale, ist aber auch mit Torpedos und Harpoon-Seezielflugkörpern ausgerüstet.

Der US-Spionagejet tauchte vor Mexiko auf: Droht der nächste Schlag?
Der US-Spionagejet tauchte vor Mexiko auf: Droht der nächste Schlag?(Bild: AFP/USNAVY/BOEING AIRCRAFT)

Flugzeug kam auch vor Venezuela-Schlag zum Einsatz
Offiziell könnte es sich um einen Routineeinsatz gehandelt haben. Doch der Zeitpunkt sorgt für Spekulationen. Denn dasselbe Flugzeugmodell kam auch in der Karibik im Vorfeld der jüngsten US-Aktion gegen Maduro zum Einsatz. Vor diesem Hintergrund wird ein Zusammenhang mit den zuletzt deutlich schärferen Tönen von US-Präsident Donald Trump nicht ausgeschlossen.

Trump will etwas mit Mexiko „unternehmen“
Trump hatte nach der Militäraktion gegen Venezuela von „absoluter Entschlossenheit“ gesprochen und den Druck auf weitere Staaten in der Region erhöht. Besonders Mexiko rückt dabei in den Fokus. Zwar bezeichnet Trump die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum öffentlich als „gute Frau“, zugleich kritisiert er ihre Regierung jedoch scharf. Nur Stunden nach dem Vorgehen gegen Venezuela sagte Trump in einem Interview, es müsse etwas „unternommen werden mit Mexiko“.

Seit Längerem beklagt der US-Präsident den Einfluss mächtiger Drogenkartelle, die illegale Migration und aus seiner Sicht mangelnde staatliche Kontrolle südlich der Grenze. Sheinbaum lehnt es bislang ab, das US-Militär stärker im sogenannten „Krieg gegen die Drogen“ einzusetzen und kriminelle Organisationen direkt militärisch anzugreifen.

Sichtung nährt Sorge vor Eskalation
Experten warnen jedoch vor den Folgen eines solchen Vorgehens. „Die Kartelle in Mexiko militärisch anzugehen, wäre extrem schwierig. Die Frage ist: Wie weit können sich die USA noch überdehnen?“, sagte der Lateinamerika-Experte Eduardo Gamarra der „Bild“. Klar ist: Die Sichtung des US-Aufklärers hat die ohnehin angespannte Lage in der Region weiter verschärft – und die Sorge vor einer neuen Eskalation genährt.

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