Es sei still wie in einer Kirche gewesen, berichtete die neue Schweiz-Korrespondentin des ORF, Bettina Prendergast, aus Crans-Montana, hinter ihr sah man die Unglücksstelle. Hunderte Menschen hatten sich trotz eisiger Kälte in Trauer versammelt. Die ermittelnde Staatsanwältin rang um Worte. Das Leid der Hinterbliebenen muss unermesslich sein. Mindestens 40 Menschen sind bei der Silvesterparty in der Bar „Le Constellation“ im Schweizer Nobel-Skiort gestorben. Rund 100 Verletzte befinden sich in kritischem Zustand, viele kämpfen um ihr Leben. Es war eine Feuerwalze, die innerhalb von Sekunden alles in Brand steckte, ausgelöst von Wunderkerzen, die auf Champagnerflaschen steckten. Brandschutzexperten nennen das Phänomen „Flashover“. Die feiernden Menschen hatten keine Chance.
Österreich, Italien und Frankreich nehmen Verletzte auf, auch Schweden und Nordmazedonien haben Unterstützung angeboten. Europa steht zusammen, so wie unser Bundespräsident es in seiner Neujahrsansprache betont hat, und handelt. „Mutig, gemeinschaftlich und ziemlich rasch“, schreibt Conny Bischofberger in ihrem Kommentar.
Flashover. Die genauen Umstände des Unglücks sind noch nicht abschließend geklärt, doch unabhängig vom konkreten Fall steht fest: „Ein Brand entwickelt sich nicht langsam – er kippt plötzlich“, sagt Günther Harsch, Brandexperte aus Niederösterreich, im Gespräch mit der „Krone“. Innerhalb weniger Minuten kann aus einem kleinen Feuer ein tödliches Szenario werden. Entscheidend sind brennbare Materialien, Gase oder Dämpfe – und auch die Sauerstoffzufuhr. Brandexperten sprechen in solchen Momenten vom sogenannten „Flashover“ – dem wohl gefährlichsten Punkt eines Brandes. Innerhalb von wenigen Augenblicken entzündet sich der gesamte Raum, Temperaturen von weit über 1000 Grad entstehen, Flammen schießen explosionsartig über Möbel, Wände und Decken. „Ab diesem Moment gibt es keine realistische Fluchtchance mehr“, so Harsch.
Was lehrt uns das? Wenig: Vor genau einem Jahr starb eine junge Frau in Graz in einer Bar in der Silvester-Nacht. Denken wir nach, wo unser Nachwuchs hingeht, oder noch besser: Sagen wir unseren Jugendlichen eindringlich, passt auf, Augen auf! Feiern ja, Katastrophe nein!
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