Bei ihrem Treffen haben Präsident Wolodymyr Selenskyj und sein US-Gegenüber Donald Trump am Sonntag offenbar einige Hürden auf dem Weg zu einem Ende des Ukraine-Krieges überwältigen können. Beide Seiten sprachen von einem „großartigen Treffen“. Von einer Einigung zu sprechen, wäre aber laut Trump noch „verfrüht“.
„Ich mag zwar keine Prozentangaben, aber wir sind bei rund 95 Prozent“, bilanzierte der Gastgeber nach der über dreistündigen Unterredung mit Selenskyj und einer anschließenden Telefonkonferenz mit zahlreichen europäischen Verbündeten. Die von den Ukrainern verlangten Sicherheitsgarantien seien „fest verankert“. Auch der ukrainische Staatschef zeigte sich äußerst optimistisch und sprach von einem „Meilenstein“. Er bedankte sich bei Trump und seinem Verhandlungsteam für die am heutigen Sonntag erzielten Fortschritte.
Trump: „Wir müssen einen Deal machen“
Mit etwas Verspätung war der ukrainische Präsident in Mar-a-Lago eingetroffen und wurde sofort von Präsident Trump freundlich empfangen. Die beiden gaben auch erste Statements ab und beantworteten die eine oder andere Journalistenfrage. „Wir müssen einen Deal machen. Wir müssen das hinbekommen. Zu viele Menschen sind gestorben“, gab der Gastgeber die Marschrichtung vor. Auf eine Deadline ließ er sich aber nicht festnageln. „Die Deadline ist, dass der Krieg enden muss.“
Auf die Frage, wann ein Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs möglich sei, meinte Trump bei der gemeinsamen Pressekonferenz allerdings: „Wenn es wirklich gut läuft, vielleicht in ein paar Wochen. Und wenn es schlechter läuft, länger. Und wenn es wirklich schlecht läuft, dann wird es nicht passieren.“
Donbass bleibt „hartes Thema“
Weiterhin ein „hartes Thema“ bleibt die ukrainische Donbass-Region, auf die Moskau beharrt. Kremlchef Wladimir Putin hatte vor der Zusammenkunft öffentlich erklärt, dass Moskau seine Kriegsziele auch auf dem Schlachtfeld erreichen könne, wenn Selenskyj die Forderungen Moskaus etwa nach Gebietsabtretungen im Donbass – konkret im Raum Donezk – ablehne. Doch auch hier sei man einander „näher gekommen“. Auf die Frage eines Journalisten, ob er bereit wäre, den Donbass als Freihandelszone abzugeben, entgegnete Selenskyj: „Wir verhandeln. Ich muss den Willen des Volkes respektieren.“ Damit spielte der Ukrainer auch auf eine von ihm zuletzt ins Spiel gebrachte Volksabstimmung über strittige Punkte des Friedensplans indirekt an.
Trump telefonierte mit Putin
Trump hatte eigenen Angaben zufolge vor dem Treffen mit Selenskyj ein Telefonat mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Das Gespräch sei „gut und sehr produktiv“ verlaufen, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social ohne weitere Details (siehe Posting oben). Der US-Präsident bescheinigte sowohl Selenskyj als auch Kremlchef Putin ein „ernsthaftes“ Interesse an einer Einigung.
Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow gab bekannt, dass der Kremlchef bei dem Telefongespräch mit Trump dem US-Vorschlag zugestimmt habe, gemeinsame Arbeitsgruppen zu den Bereichen Sicherheit und Wirtschaft zu errichten.
Vor dem mit Spannung erwarteten Treffen hatte Russland mit einer Fortsetzung des Krieges gedroht. Selenskyj rief die Unterstützer der Ukraine zu mehr Druck auf Russland für eine Lösung auf. Die Ukraine tue alles, um den Krieg zu beenden, „ob es aber zu Entscheidungen kommt, hängt von den Partnern ab“, teilte Selenskyj nach seiner Ankunft in den USA mit.
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