Erstmals in Österreich

Neue OP-Methode für Kinder mit schwerer Skoliose

Gesund
01.02.2026 10:00

Eine seitliche Verkrümmung und Verdrehung der Wirbelsäule (Skoliose) entsteht oft während des Wachstumsschubs und ist bei bis zu 5 Prozent der Österreicher zu beobachten. Im Orthopädischen Spital Speising in Wien kommt nun ein neuer Behandlungsweg für schwere neuromuskulär bedingte Skoliosen zum Einsatz. 

Mild ausgeprägte Skoliosen lassen sich in der Regel konservativ behandeln, etwa durch Physiotherapie, Haltungsschulung, gezieltes Rückentraining oder Tragen eines Korsetts. Starke Verkrümmungen – bei denen der sogenannte Cobb-Winkel über 40 Grad liegt – erfordern meist eine operative Versorgung.

Bei bestimmten Verkrümmungen kommt im Orthopädischen Spital Speising erstmals in Österreich die sogenannte „bipolare Instrumentierung“ zur Anwendung. „Dieser neue Ansatz kann erfolgreich bei Skoliosen mit neuromuskulären Ursachen angewandt werden, die zwar seltener sind, aber schwieriger zu behandeln. Es sind oft Kinder mit schwerer neurologischer Grunderkrankung, die davon betroffen sind“, berichtet Skoliose-Spezialist Oberarzt Dr. Stefan Schenk vom Wirbelsäulenzentrum der Klinik.

Verankerung zur Korrektur der Verkrümmung bei der „bipolaren Instrumentierung“
Verankerung zur Korrektur der Verkrümmung bei der „bipolaren Instrumentierung“(Bild: Euros/Orthopädisches Spital Speising)

Schonendere Korrekturmethode
Bei der bipolaren Instrumentierung werden an der Wirbelsäule zwei fixe „Anker“ außerhalb der Krümmung gesetzt – einer an der oberen Brustwirbelsäule und einer im unteren Bereich, etwa an der Lendenwirbelsäule oder am Becken. Zwischen den beiden Befestigungen (den „Polen“ des Konstrukts) werden Stäbe eingespannt, welche die Wirbelsäule in die korrigierte Position bringen.

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Dieser neue Ansatz kann erfolgreich bei Skoliosen mit neuromuskulären Ursachen angewandt werden, die zwar seltener sind, aber schwieriger zu behandeln.

Oberarzt Dr. Stefan Schenk, Skoliose-Spezialist am Orthopädischen Spital Speising

Dr. Schenk dazu: „Die Korrektur erfolgt nicht unbedingt auf einmal. Sie kann auch in Schritten durchgeführt werden, um dem anhaltenden Wachstum Rechnung zu tragen, und benötigt dann Monate, oftmals auch Jahre. Die Methode ist allerdings vielversprechend.“ Erste derartige Eingriffe wurden bereits erfolgreich im Orthopädischen Spital Speising durchgeführt.

Während bei der herkömmlichen Methode der am stärksten verkrümmte und verdrehte Wirbel („Scheitel“) – dies ist ein anatomisch sehr heikler Bereich –  im Fokus steht, erfolgt bei dem neuen Ansatz die Einleitung der korrigierenden Kräfte an den Polen. Dr. Schenk und sein Team gehen somit einen sensibleren, vorsichtigeren Weg und hoffen, damit betroffenen Kindern und Jugendlichen noch besser helfen zu können. 

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