Mehr KI statt Latein

„Muss in jedes Fach, Kinder sind uns weit voraus“

Steiermark
01.02.2026 06:00

Der Bildungsminister will künstliche Intelligenz auf den Stundenplan bringen und dafür Latein kürzen. Informatiklehrer Bernhard Weninger mahnt, die KI gehört in jedes Fach: „Wir sind schon spät dran!“ Auch Bildungspsychologin Christiane Spiel ist für eine Fächer-Entrümpelung. 

Künstliche Intelligenz  – jeder nutzt sie, kaum jemand versteht sie. Damit unsere Schüler hier besser vorbereitet werden, will Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) bekanntlich mehr KI auf den Stundenplan bringen. Der Informatikunterricht soll dafür erweitert werden, Lateinstunden reduziert werden, wie die „Krone“ berichtet hat. Das Echo dazu war in den vergangenen Tagen enorm.

Nicht nur Skepsis unter Lehrern
Die Lehrervertretung ist skeptisch, viele Lehrer meinen auf Nachfrage, Sprachen dürfen der Reform nicht zum Opfer fallen. Doch manche stehen den Änderungen offen gegenüber, etwa Bernhard Weninger. Der steirische AHS-Lehrer unterrichtet Informatik, Religion und Geschichte. „Ich freue mich über mehr Stunden für den Informatik-Unterricht, aber KI muss in jedem Fach behandelt werden!“

Zitat Icon

Das ganze System Schule muss sich auf die KI einlassen, die KI wird bleiben.

Lehrer Bernhard Weninger

KI als Quantensprung
Die Schüler seien den Lehrkräften in der Mediennutzung weit voraus, gleichzeitig fehlt ihnen das richtige Wissen im Umgang. Die KI sei „ein Quantensprung“, sie gehöre fächerübergreifend gelehrt. Dafür sei es höchste Zeit, so der 58-Jährige. „Das ganze System Schule muss sich auf die KI einlassen, die KI wird bleiben“, sagt er. Man müsse überlegen, in welchem Fach welche Inhalte redundant sind – und dafür KI-Bildung mehr Platz einräumen.

Bildungsexpertin will Fächer überarbeiten
Auch Bildungspsychologin Christiane Spiel ist für eine Fächer-Entrümpelung: „Ich brauche heutzutage nicht irgendwelche Fakten auswendig lernen, wenn das die KI für mich machen kann.“ Sie plädiert aber dafür, die neuen Inhalte in bestehende Fächer zu integrieren und bei den derzeitigen Stunden zu bleiben. Denn jede Fächerkürzung führe zu Widerstand, außerdem diene Latein als Grundlage für viele Sprachen.

Die Bildungsexpertin: „Dann kommt es zu einem Stellungskrieg. Das kostet Emotionen und Ressourcen.“

Bildungspsychologin Christiane Spiel
Bildungspsychologin Christiane Spiel(Bild: SCHMOLKE GERHARD)

Wer wird Neues unterrichten?
Bildungsminister Wiederkehr betont gegenüber der „Krone“, dass „Fremdsprachen unbestritten wichtig sind“. Im Zuge der schulautonomen Stunden könnten Schulen natürlich einen sprachlichen Schwerpunkt setzen, meint er. Trotzdem bleibt er bei der Idee, Latein bzw. die zweite lebende Fremdsprache an Realgymnasien zu kürzen.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS)
Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS)(Bild: APA/TOBIAS STEINMAURER)

Zur bislang ungeklärten Frage, wer die neuen Fächer unterrichten soll (KI, Medien und Demokratie) gäbe es laut Wiederkehr bereits ein starkes Know-how an den Schulen, wie jene Lehrkräfte, die digitale Grundbildung oder Geschichte inklusive politischer Bildung unterrichten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Steiermark
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt