„Aus der Box starten“

Verstappen gibt McLaren den nächsten Seitenhieb

Formel 1
19.02.2026 09:43
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Seitenhieb von Max Verstappen! Der Red-Bull-Pilot teilt gegen McLaren und Teamchef Andrea Stella aus und erinnert daran, dass er die aktuellen Probleme der neuen Formel-1-Generation bereits 2023 kommen sah.

Auslöser war Verstappens Kritik am neuen Formel-1-Reglement („Formel E auf Steroiden“). McLaren-Pilot Lando Norris konterte zuletzt, Verstappen könne ja aufhören, wenn es ihm nicht passe. In der (gestrigen) Medienrunde im Zuge der Testtage in Bahrain wehrte sich der Niederländer und bezog sich dabei auch auf eine größere Rückendeckung durch andere Fahrer. „Die meisten denken genauso“, betont er.

Norris im „kleinen Easy-Up-Zelt“
Als von zwei Lagern die Rede ist, weil Norris die neuen Autos durchaus gefallen, lachte Verstappen: „Das eine Lager ist eher wie ein kleines Easy-Up-Zelt, der Rest befindet sich in einem sehr großen Zelt. Es ist also ein kleines Lager und ein großes Lager!“ Der Red-Bull-Pilot gibt zu, dass er sich „vielleicht etwas extremer“ ausdrücke als andere Fahrer, „aber das liegt auch daran, dass es mir ziemlich egal ist [was andere denken, Anm.]. Manche Leute sind etwas diplomatischer.“

Andrea Stella hatte zuletzt mehrere Änderungen gefordert – etwa beim Startprozedere ohne MGU-H-Unterstützung, bei gefährlichen Geschwindigkeitsunterschieden durch frühes Lupfen sowie beim Thema Überholen. Verstappen: „Bei den letzten beiden Dingen ja, aber das habe ich schon 2023 gesagt. Man kann diese Punkte jetzt vorbringen, aber vielleicht hätten sie sich das als Team etwas früher ansehen sollen.“

Und weiter: „Was den Start betrifft: Das ist schlichtweg die Entscheidung, die man beim Turbo trifft. Wir haben dort bewusst eine bestimmte Entscheidung getroffen. Und wer damit Probleme hat, nun ja, der kann auch aus der Boxengasse starten.“

Max Verstappen war in der Medienrunde gut gelaunt.
Max Verstappen war in der Medienrunde gut gelaunt.(Bild: AFP/GIUSEPPE CACACE)

„Man konnte das kommen sehen“
Schon 2023 habe Verstappen nach ersten Simulatorfahrten vor den Effekten des neuen Energiekonzepts gewarnt – etwa vor zusätzlichem Herunterschalten auf den Geraden und frühem Lift-and-Coast. „Als ich diese Dinge 2023 sagte, erntete ich sofort viel Kritik. Man sagte mir: ‘Nein, das stimmt nicht und so wird es nicht sein.‘ Aber jetzt stellt sich heraus, dass es zu neunzig Prozent tatsächlich so ist.“

Verstappen weiter: „Man konnte das kommen sehen. In den letzten Jahren hat sich nicht so viel verändert, nur ein paar Kleinigkeiten in Bezug darauf, wie man die Energie einsetzt und zurückgewinnt. Aber ja, man konnte das schon von weitem kommen sehen.“

Auch aerodynamische Faktoren wie offene Flügel auf den Geraden und abrupt schließende Systeme am Ende der Geraden würden die Balance massiv beeinflussen. „Mit offenen Flügeln auf den Geraden hat jeder viel weniger Luftwiderstand, was es schwieriger macht, einen Windschatten aufzugreifen. Und wenn die Flügel am Ende der Geraden wieder schließen, setzt man ziemlich hart auf. Der Anpressdruck, der plötzlich auf die Reifen wirkt, beeinflusst ebenfalls viele Dinge. Das muss man alles berücksichtigen“, erklärte Verstappen.

Große Änderungen? Eher nicht
An eine grundlegende Verbesserung glaubt der vierfache Weltmeister nicht. „Vielleicht stimmt das Konzept an sich nicht und ist nicht effizient genug. Es wird sich ein bisschen verbessern, aber nicht bis zu einem Punkt, an dem man plötzlich denkt, dass alles Sinn ergibt.“

Ob Regeländerungen noch möglich sind? Verstappen: „Alles ist möglich. Wenn man es als Sicherheitsproblem darstellt, kann man viele Dinge ändern. Aber ob das realistisch ist, weiß ich nicht.“

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