Wien verlängert sein Prestigeprojekt „College 25plus“ – und überweist dafür weitere Millionen. Doch hinter den Kulissen brodelt es: Die Erfolgsbilanz fällt mager aus, die Kritik wird lauter. Im Gemeinderat stimmte nur die FPÖ dagegen – und spricht von „Geldvernichtung“.
Das Wiener Integrationsprojekt „College 25plus“ geht weiter – obwohl der Erfolg des Angebots für erwachsene Asyl- und Schutzberechtigte umstritten bleibt. Im Sozialausschuss stimmten SPÖ, Grüne, NEOS und ÖVP für die Fortführung, einzig die FPÖ votierte dagegen. Im Rahmen des im Jahr 2024 gestarteten Projekts werden Sprachkurse mit Maßnahmen, die für den Arbeitsmarkt vorbereiten, kombiniert. Die Schulungen laufen über die Volkshochschulen, Caritas und Volkshilfe.
Beim College 25plus werden erneut zig Millionen Euro zum Fenster hinausgeworfen für ein Projekt, das bis heute keinerlei messbare Erfolge erzielt hat.

FPÖ-Chef Dominik Nepp
Bild: Imre Antal
8,4 Millionen für knapp 1000 Schulungsplätze
Insgesamt sollen im Verlängerungsjahr 2026 rund 964 Plätze bereitstehen. Die Kosten dafür sind beachtlich: 8,1 Millionen Euro aus Stadtmitteln, Fonds Soziales Wien, AMS und dem EU-Sozialfonds. Laut Rechnung entfallen allein auf die MA 40 mehr als 4,8 Millionen Euro. Trotz der umfangreichen Finanzierung bleiben die bisherigen Ergebnisse überschaubar. Bislang schafften 314 Teilnehmer eine positive Sprachqualifizierung, 220 fanden eine Arbeit, 52 wechselten in weitere Schulungen. Wie nachhaltig diese Jobs sind, bleibt man im Finanzierungsantrag schuldig. Dieser liegt der „Krone“ vor und lässt viele Fragen zum Erfolg des Programms offen. Angesichts von mehr als 2300 vorgemerkten Interessenten und 920 laufenden Teilnehmern sind das nur erste Zwischenwerte. Endgültige Resultate erwartet die Stadt erst 2026.
Für FPÖ „Fass ohne Boden“
Die FPÖ sieht im Programm dennoch ein Fass ohne Boden. „Beim College 25+ werden erneut zig Millionen Euro zum Fenster hinausgeworfen für ein Projekt, das bis heute keinerlei messbare Erfolge erzielt hat“, kritisiert Klubchef Dominik Nepp und fordert einen sofortigen Förderstopp. Das Rathaus hingegen stellt das Konzept als unverzichtbar dar. Sprachkurse, Berufsorientierung und sozialpädagogische Begleitung würden Geflüchteten den Weg in den Arbeitsmarkt ebnen. Auch das AMS ist nun finanziell an Bord. Laut SPÖ gehe es um Integration „ab Tag eins“.
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