Pächter hört auf

„Eigentlich ist dieses Wirtshaus eine Goldgrube“

Oberösterreich
03.12.2025 13:00

Trotz voller Tische und treuer Stammgäste steht im Kult-Wirtshaus „Tramway“ in der Linzer Stockhofstraße ein Wechsel an. Der aktuelle Pächter zieht sich zurück – nicht aus wirtschaftlichen Gründen, sondern, wie er im Gespräch mit der „Krone“ erzählt, wegen einer Herausforderung, die inzwischen viele Gastwirtschaften belastet.

Im urigen Gasthaus „Tramway“ in der Stockhofstraße wird schon bald die letzte „Fahrt“ unter dem aktuellen Wirt eingeläutet. Franz Rabuza, der das Lokal mit viel Herzblut geführt hat, gibt auf – und das trotz brummender Geschäfte.

„Am 19. Dezember, dann sind auch die letzten Weihnachtsfeiern vorüber, ist Schluss“, erzählt er im Gespräch mit der „Krone“. Der Grund liegt nicht am Gästeschwund, ganz im Gegenteil: „Daran hapert es nicht. Unter der Woche läuft es hervorragend. Selbst, dass ich am Wochenende geschlossen habe, fiel nicht ins Gewicht.“

Das Lokal ist mit seiner Straßenbahn-Romantik an den Wänden in Linz Kult.
Das Lokal ist mit seiner Straßenbahn-Romantik an den Wänden in Linz Kult.(Bild: Horst Einöder/Flashpictures)

„Früher hätten sie dir die Tür eingerannt“
Was ihm jedoch zusehends die Freude am Bewirten genommen hat, ist das leidige Personalthema. „Die Suche geht ordentlich an die Substanz. Früher hätten sie dir die Tür eingerannt für einen Gastrojob ohne Wochenenddienst. Heute ist alles anders“, seufzt Rabuza.

Aus Personalmangel musste er zuletzt sogar erneut die Öffnungszeiten reduzieren – montags und dienstags ist nun bereits um 15 Uhr Zapfenstreich. Die Entscheidung fällt ihm spürbar schwer: „Eigentlich ist das Wirtshaus eine Goldgrube. Aber alleine ist es auf Dauer unpackbar.“

„Ich wünsche mir ein Pärchen“
Eigentümer Manfred Grubauer, der das „Tramway“ 1979 im Andenken an die legendäre Straßenbahnlinie M einrichtete, will, dass das Stockhofviertel keinesfalls sein Stammlokal verliert. Dehalb steht für ihn fest: Das „Tramway“ soll nicht allzu lange am Abstellgleis stehen.

Was sollen neue Pächter mitbringen? „Ich wünsche mir lässige Leute. Idealerweise ein erfahrenes Gastro-Ehepaar – oder ein junges Pärchen, das sich verwirklichen und etwas aufbauen möchte“, sagt er. Die einzige unantastbare Bedingung: „Traditionelle Wirtshauskultur muss bleiben.“ 

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