„Ach, übrigens..,“

Feste feiern, wie sie fallen

Vorarlberg
30.11.2025 16:25

Mit seiner „Forderung“ den Tag der rot-weiß-roten Qualifikation für die Fußball WM 2026 zu einem Feiertag zu machen, ließ ÖFB-Rekordtorschütze Marko Arnautovic aufhorchen. „Krone Vorarlberg“-Autor Harald Petermichl hat sich das in der neuesten Ausgabe seiner Kolumne „Ach, übrigens...“ einmal genauer angesehen und hätte auch einen regionalen Vorschlag – was allerdings keine Weltpremiere wäre.

Mit 13 Feiertagen befindet sich Österreich im europäischen Vergleich ohnehin schon im Spitzenfeld, wo die Slowakei und die Stadt Augsburg mit deren 15 den ersten Platz einnehmen. Auch Spanien, Tschechien, Zypern, Malta und Bayern mischen mit je 14 an der Feiertags-Tabellenspitze mit. Dennoch hat vor ein paar Tagen Österreichs neuer Rekordtorschütze Marko Arnautović mit einer Forderung an Bundespräsident Alexander van der Bellen und Kanzler Christian Stocker aufhorchen lassen. Man müsse unbedingt, so der Globetrotter in Sachen Fußball, den 18. November zum Feiertag in Österreich ausrufen. Natürlich stellt sich die Frage, welches Sportereignis wohl so bedeutend gewesen sein mag, dass man deswegen gleich alle Ladengeschäfte schließen und die Fußgängerzonen verwaisen lassen muss. Aber zum Glück ist die österreichische Sportgeschichte bestens dokumentiert und so ist das Rätsel rasch gelöst.

Historischer Moment in Mödling
Man schrieb nämlich genau diesen ominösen 18. November, als im Jahr 1928 im niederösterreichischen Mödling auf der frisch eingeweihten Kunsteisbahn das erste Eishockey-Match zur Austragung kam. Wie das Wiener „Sportblatt am Mittag“ am Vortag ankündigte, handelte es sich um „eine freundschaftliche Begegnung zwischen den beiden Wiener Vereinen Pötzleinsdorf und Cottage E. V., die versuchen werden, das Eishockeyspiel in der nahen Provinzstadt einzuführen“. Und weiter: „Pötzleinsdorf verfügt über die weitaus besseren Spieler und sollte einen sicheren Sieg erringen können.“ Heute würde man das wohl als „spoilern“ bezeichnen, aber vor knapp 100 Jahren hat es dieses Wort noch gar nicht gegeben.

Exklusiv für Wien
Im Übrigen sollte das Blatt recht behalten, denn unter der Leitung von Schiedsrichter Hans Weinberger konnten sich die Pötzleinsdorfer in dem auf 2 x 20 Minuten angesetzten Match recht eindeutig mit 7:2 (Halbzeit 5:2) gegen das Team aus Döbling/Währing durchsetzen. Es muss also genau dieses historische Sportereignis gewesen sein, das Marko Arnautović dazu bewogen hat, seinen flammenden Appell an Staatsoberhaupt und Regierungschef zu richten. Da die beiden bisher eher ausweichend bis unverbindlich reagiert haben und schon 1928 weder Michael Hainisch noch Ignaz Seipel irgendwelche Anstalten gemacht haben, zeitnah einen dem Sport gewidmeten Feiertag einzuführen, wäre vielleicht Michael Ludwig als Wiener Bürgermeister die erfolgversprechendere Adresse. Warum bitte sollte die Hauptstadt nicht einen Feiertag mehr haben als die restliche Republik? In Augsburg funktioniert das schon seit 1650 problemlos.

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