In der neuesten Ausgabe seiner Kolumne „Ach, übrigens“ widmet sich „Krone“-Autor Harald Petermichl immer wieder kehrenden Verhaltensmustern. Im Mittelpunkt dabei: US-Präsident Donald Trump und sein „Best Buddy“ FIFA-Präsident Gianni Infantino. Was das Duo Infernale jetzt ausheckt und welche Überraschung es bei der WM-Auslosung in Washington bringen könnte...
Dass ein hochbetagter und als cholerisch bekannter Erpel kürzlich beim Standesamt Entenhausen seinen Vornamen ändern lassen wollte, ist möglicherweise nur ein Gerücht. So wie die Geschichte des erzürnten Dickhäuters, der beim Deutschen Sprachrat den Antrag gestellt haben soll, man möge aus Diskriminierungsgründen die Redewendung „wie ein Elefant im Porzellanladen“ umgehend durch die Formulierung „wie Trump im Weißen Haus“ ersetzen. Verstehen könnte man allerdings beide, denn was der Chairman der „Task Force WM 2026“ vor ein paar Tagen im eiförmigen Büro der Ballsaalbaustelle wieder an Apartheiten abgesondert hat, und das auch noch im Beisein seines Freundes Infantino, lässt einen ernsthaft daran zweifeln, ob der POTUS mit Wurzeln an der Deutschen Weinstraße noch Herr seiner Sinne ist.
Gianni in der Zwickmühle
Infantino stand mit einem Gesichtsausdruck irgendwo zwischen peinlich berührt, schmallippig und gequält neben Trump, als dieser seine bekannte Drohung wiederholte, Städten wie Seattle, Los Angeles oder Boston ihre Gastgeberrolle zu entziehen. Immerhin sei beispielsweise in Seattle mit Katie Wilson eine Demokratin zur Bürgermeisterin gewählt worden, was aus Trumps Sicht natürlich unverzeihlich ist; wäre ja noch schöner. Und so kam es zu einem denkwürdigen Dialog, in dem Trump auf seine Frage „Gianni, kann ich sagen, dass wir die Veranstaltung an einen Ort verlegen, an dem sie geschätzt wird und sicher ist?“ von Infantino die wahnsinnig aufschlussreiche Antwort „Das liegt natürlich in der Verantwortung der Regierung, und wir werden das natürlich besprechen“ erhielt.
Ein alternativer Friedensnobelpreis
Bei der FIFA müssen an diesem Tag sämtliche Alarmglocken geschrillt haben, beim Gedanken an bevorstehende millionenschwere Regressforderungen der in Ungnade gefallenen Austragungsorte und aufgrund der Tatsache, dass der Ticketverkauf für alle Arenen längst in vollem Gange ist, aber vermutlich gibt es keinen Grund zur Aufregung, weil Infantino, der alte Fuchs, noch ein Besänftigungs-As im Ärmel hat: Für den Tag der WM-Auslosung hat er nämlich die erstmalige Verleihung eines neuen FIFA-Friedenspreises unter dem Motto „Fußball vereint die Welt“ angekündigt, um „Menschen, die sich in besonderer Weise für Frieden und Völkerverständigung engagieren“ zu ehren. Quasi ein alternativer Friedensnobelpreis. Wer diese Auszeichnung am 5. Dezember im John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington in Empfang nehmen darf, steht angeblich noch nicht fest, es darf aber schon spekuliert werden. Na ja, in zwölf Tagen wissen wir mehr.
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