08.03.2014 17:00 |

Nach Ja zur Fuzo

Vassilakou: "Wir haben noch viele schöne Projekte"

Die Anspannung ist vorbei: Voller Freude über den Erfolg bei der Befragung zur Fußgängerzone Mariahilfer Straße sprach Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou "am Tag danach" mit der "Krone". "Wir haben noch viele schöne Projekte für Wien", verriet Vassilakou gleich erste Zukunftspläne. Und sie plauderte locker über ihre jetzt österreichweite Bekanntheit, ihre Dankbarkeit und die Zusammenarbeit mit der Wiener SPÖ.

"Krone": Frau Vizebürgermeister, Sie sind nun die bekannteste Grüne Österreichs.
Maria Vassilakou: Ja, ein hoher Bekanntheitsgrad ist in der Politik nicht unbedingt von Nachteil. Aber ich weiß, das kann auch schnell Schattenseiten haben.

"Krone": Sind Sie jetzt stolz auf das Erreichte?
Vassilakou: Stolz? Das ist das falsche Wort. Ich bin glücklich und sehr dankbar. Wirklich: Ich spüre seit gestern eine große Dankbarkeit. Dieses Ergebnis wäre ohne den großen Einsatz Tausender Menschen nie gelungen.

"Krone": Warum schafften's die Grünen doch noch?
Vassilakou: Dafür waren mehrere Faktoren ausschlaggebend. Die Hausbesuche spielten sicher die größte Rolle - wir haben in Mariahilf und Neubau 30.000 Türen abgeklappert. Da konnten wir viele Skeptiker überzeugen. Wir hörten aber auch eine Menge Kritik. Und dann kam noch dazu, dass es viele kleine Eigeninitiativen gab - von Menschen, denen einfach ein Mehr an Lebensqualität wichtig ist.

"Krone": In Internetforen wird die Art der Umsetzung der direkten Demokratie kritisiert - etwa, dass nur 2,6 Prozent aller Wiener abstimmen durften und nur ein Prozent für die Fuzo gevotet hätte.
Vassilakou: Das gehört auch dazu, dass es in der Demokratie eine Auseinandersetzung über die direkte Demokratie gibt. Wir alle müssen lernen, damit umzugehen. Aber die hohe Beteiligung hat doch gezeigt: Die Wiener wollen mitreden. Wir brauchen auch künftig mehr Bürgerbeteiligung.

"Krone": Und ist die Ehe mit der SPÖ tatsächlich "zerrüttet", wie Politologen meinen?
Vassilakou: Rot-Grün ist keine Familienaufstellung. Die Koalition wurde für fünf Jahre festgelegt, 80 Prozent unserer Projekte haben wir bereits umgesetzt. Und es ist irrelevant, ob ich mit dieser Partnerschaft an jedem Tag zufrieden bin. Es gibt in der Politik doch immer ein zähes Ringen um eine gemeinsame Linie.

"Krone": Nach der Entscheidung über die Mariahilfer Straße - was folgt nun?
Vassilakou: Wir haben noch viele schöne Projekte. So steht jetzt die Sanierung der Meidlinger Hauptstraße an. Dann die Verkehrsberuhigung am Floridsdorfer Spitz - da freue ich mich auf die Zuammenarbeit mit dem Bezirk. Auch die Bauarbeiten zu den Wiental-Terrassen beginnen. Und: Mit dem Schwedenplatz muss jetzt was passieren, dort haben wir wirklich ein großes Problem. Ich werde so bald wie möglich auf Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel zugehen und mit ihr eine gemeinsame Lösung ausarbeiten.

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