Überflutete Wege, stillstehende Arbeit und keine klaren Antworten: Waldbesitzer Edi König wartet seit Monaten auf Hilfe. Bis jetzt hat sich nichts getan.
Seit fast zwei Jahren kämpft Edi König mit einer Situation, die seine Arbeit massiv behindert: In seinem Wald, der sich entlang eines rund 500 Meter langen Abschnitts des Teichbachs erstreckt, haben sich fünf bis sechs Biberbauten angesiedelt. Die Folge sind großflächig aufgeweichte Böden, überflutete Flächen und Wege, die keinen Traktor mehr tragen.
„Niemand zuständig“
„Ich kann meinen eigenen Wald nicht mehr betreten“, ärgert sich König. Er rechnet nicht mit einer raschen Entspannung der Lage. Besonders frustriert ihn, dass er seine Arbeit seit langem erledigen wollte, aber nicht kann: „Es sollte sich da wirklich jemand darum kümmern.“ Aber König fühlt sich zunehmend alleingelassen. „In der Gemeinde sagt man mir laufend, dass man nicht zuständig sei, jeder schiebt es auf den anderen“, fasst er zusammen.
Wirbel um Rückhaltebecken
Zwischen Bach und nächstem befahrbaren Weg liegen lediglich rund 100 Meter, die derzeit ebenso unpassierbar seien. Zusätzlich sorgt ein 600 Meter entferntes Rückhaltebecken für ernste Bedenken: „Bei Hochwasser könnte es übergehen und dann saufen wir alle ab“, warnt König, selbst Mitglied der Feuerwehr. Die Situation wird zusätzlich erschwert, weil Königs Wald auf Jabinger Gebiet liegt, der Haupt-Biberbau jedoch bereits zu Neuhaus und somit zur Gemeinde Mischendorf gehört.
In den Kommunen verweist man ebenfalls weiter ans Land. Dort zeigt man sich bereit, eine rasche Lösung für die festgefahrene Situation zu finden. Klaus Michalek, Leiter des Bibermanagements, kündigt im Gespräch mit der „Krone“ konkrete Schritte an. Die Region sei grundsätzlich ein Vorzeigebereich im Biberschutz, betont er. Dennoch müsse gehandelt werden, wenn ein Waldbesitzer über Monate nicht arbeiten könne.
Verpachtung wäre denkbar
Laut Michalek gebe es mehrere Möglichkeiten, den Wasserstand im betroffenen Gebiet zu senken. Durch das Absenken oder teilweise Entfernen der Dämme könne das Wasser aus dem Wald geleitet werden, sodass die Flächen wieder austrocknen. Auch eine Verpachtung bestimmter Bereiche durch das Land, um sie offiziell als Biberlebensraum zu führen, sei denkbar. Besonders in dieser Jahreszeit, in der die Vegetation zurückgeht, erhalte das Bibermanagement erfahrungsgemäß zahlreiche Meldungen.
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