„Horrende Katastrophe“

Drei Tage Staatstrauer nach Zugunglück in Spanien

Ausland
19.01.2026 17:21

Ein verheerendes Zugunglück in der Provinz Córdoba hat Spanien in kollektive Staatstrauer gestürzt. Mindestens 39 Menschen starben, viele bangen um Angehörige. Doch das ganze Ausmaß der beispiellosen Katastrophe zeigt sich erst jetzt.

Nach dem tragischen Zugunfall in Andalusien am Sonntagabend hält die spanische Bevölkerung den Atem an. Nahe der Gemeinde Adamuz, rund 27 Kilometer von der Stadt Córdoba entfernt, prallten zwei Hochgeschwindigkeitszüge nach einer Entgleisung aufeinander und stürzten einen Abgrund hinunter.

Tragischer Vorfall mit Tempo 300
Konkret handelte es sich dabei um einen Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Gesellschaft Trenitalia mit mehr als 300 Passagieren auf dem Weg von Malaga nach Madrid, der vermutlich mit einem Tempo von 300 Kilometer pro Stunde entgleist und auf die Spur nebenan gekommen war, wie die Bahngesellschaft RENFE mitteilte. Auf dieser kam unglücklicherweise ein Hochgeschwindigkeitszug der Bahngesellschaft RENFE mit etwa 200 Insassen entgegen, der daraufhin aus den Schienen geworfen wurde. Beide Züge stürzten nach dem Aufprall vier Meter in die Tiefe.

Die Rettungsarbeiten an der Unglücksstelle im Süden Spaniens sind in vollem Gange.
Die Rettungsarbeiten an der Unglücksstelle im Süden Spaniens sind in vollem Gange.(Bild: EPA/GUARDIA CIVIL HANDOUT)

Ganz Spanien trauert um die mindestens 39 Todesopfer des Unglücks. Juan Manuel „Juanma“ Moreno Bonilla, Präsident der Regionalregierung von Andalusien teilte am Montag mit, dass sich von den 122 Menschen, die aufgrund von Verletzungen behandelt werden mussten, noch 48 teils schwer verletzte Menschen in Krankenhäusern befänden und die Behörden weiterhin an der Identifizierung der Opfer arbeiten würden. Das lag unter anderem daran, dass „der Aufprall so heftig war, dass wir Leichen hunderte Meter vom Aufprallort entfernt gefunden haben“. Zugleich betonte er, dass noch viele Stunden intensiver Arbeit bevorstünden und versprach, Antworten auf die genaue Ursache der Entgleisung zu finden. Außerdem dankte Moreno den öffentlichen Bediensteten und Mitarbeitern der Rettungsdienste für ihre Arbeit „in einem Moment solcher Schmerzen und Tragödien“.

Die Karte zeigt den Ort eines Zugunglücks in Spanien. Das Unglück ereignete sich bei Adamuz, südlich von Madrid. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten nach einer Entgleisung. Quelle: APA.

Drei Tage Staatstrauer
Premierminister Pedro Sánchez sprach von einem „sehr traurigen Tag für alle in Spanien“ und erklärte drei Tage Staatstrauer von Montag Mitternacht bis Donnerstag Mitternacht, um den Opfern der Katastrophe zu gedenken. Die meisten Todesopfer und Verletzten befanden sich in den vorderen Wägen des entgegenkommenden RENFE-Zuges, der von Madrid in Richtung Süden nach Huelva unterwegs war.

Der Verkehrsminister Óscar Puente ordnete den Unfall auf dem geraden Streckenabschnitt in Adamuz als „äußerst seltsam“ ein und Eisenbahnunternehmen Iryo erklärte dazu, dass der entgleiste Zug „relativ neu“ gewesen sei, im Jahr 2022 gebaut und erst vor vier Tagen inspiziert worden wäre.  

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