Als "das herausragende frische Gesicht dieser Saison" feierte das "New York Magazine" die Kenianerin mit der dunklen, ebenen Haut und den raspelkurzen schwarzen Haaren, die Zeitung "USAToday" attestierte ihr geradezu "aristokratische Feinheit". Dabei war Nyong'os Aufstieg selbst von Experten nicht vorhergesehen worden.
Die Kenianerin fiel in ihren wenigen Theater- und Filmengagements eher durch ernsthafte bis dramatisch-traurige Rollen auf, die weit entfernt von der glitzerbunten Modewelt zu sein schienen. Sie habe sich vor dem Erfolg von "12 Years a Slave" auch nie wirklich mit Mode beschäftigt, sagte Nyong'o der "USAToday". "Ich habe nie Modemagazine gekauft und hatte nie wirklich eine Ahnung von dieser Branche. Ich habe einfach immer nur angezogen, was ich wollte."
Mit bunten Roben zum Fashion-Liebling
Die "großartige Stylistin" Micaela Erlanger stecke hinter ihrem rasanten Aufstieg zum Stil-Liebling, gibt Nyong'o gerne zu. Erlanger verwandelte die zierliche Frau mit den großen braunen Augen und dem strahlenden Lächeln in einen Hingucker auf roten Teppichen und brachte sie in die bedeutendsten Mode- und Lifestyle-Magazine der Welt. Ihre wichtigsten Tricks: knallroter Lippenstift und quietschbunte, aber stets elegante Roben. "Ich lerne inzwischen auch, es wertzuschätzen, dass Mode Kunst ist", sagte Nyong'o, die inzwischen die Filmpreise Screen Actors Guild und Critics Choice Award für ihre Rolle in "12 Years a Slave" gewonnen hat.
Das Leben der 30-Jährigen hat sich wohl insgesamt stark verändert. Geboren wurde die Tochter eines kenianischen Politikers in Mexiko-Stadt, sie wuchs als zweites von sechs Kindern der recht wohlhabenden Familie in der ostafrikanischen Heimat ihres Vaters auf. Zum Studium zog sie in die USA, arbeitete an mehreren Film-Projekten mit und wurde schließlich an der renommierten Schauspielfakultät der Elite-Universität Yale angenommen. "12 Years a Slave"-Regisseur Steve McQueen bekam ein Video von ihr zu sehen - und war überwältigt, wie er dem "New York Magazine" sagte. "Ich habe mir einfach nur noch die Augen gerieben vor Ungläubigkeit." Nyong'o hatte die Rolle.
Begeisterte auch bei den Oscars
Bei den Oscars am Sonntag begeisterte Nyong'o einmal mehr - vor allem natürlich mit dem Gewinn als beste Nebendarstellerin, trotz starker Konkurrenz. Doch auch ihre himmelblaue Prada-Robe, aus fließendem Stoff und im griechischen Stil gehalten, sorgte für Begeisterung. Dabei gab Nyong'o noch kurz davor an, sich noch nicht für ein Kleid entschieden zu haben: "Ich bin einfach nur begeistert, dass ich nominiert bin und dass ich hingehen darf." So war ihr die Überraschung und die unbändige Freude über den Oscargewinn denn auch deutlich anzumerken - ihre Dankesrede sei die berührendste des ganzen Abends gewesen, sind sich Zuschauer wie Medien einig (siehe Infobox).
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