Im Gesundheitssystem

SPÖ sieht ein langes „systematisches Versagen“

Oberösterreich
03.11.2025 16:00

Die SPÖ sieht eine jahrelange Fehlplanung im Gesundheitssystem in Oberösterreich. Während die Wartezeiten immer weiter ansteigen würden, hätten sich die OP-Absagen fast verdreifacht. Die Klubvorsitzende spricht gar von einem „systematischen Versagen“.

Kein gutes Haar lässt die SPÖ Oberösterreich an unserem heimischen Gesundheitssystem: „Das war alles absehbar, aber es wurde ignoriert. Wir erleben keine vorübergehende Krise, sondern ein systematisches Versagen“, spricht SPÖ-Klubvorsitzende Sabine Engleitner-Neu über eine „jahrelange Fehlplanung im Gesundheitswesen“.

In ihrer Annahme bestätigt fühlt sich die Politikerin durch die dramatische Verschlechterung der Wartezeiten, der massiven Reduktion der Eingriffszahlen trotz steigendem Bedarf und fehlendem Personal.

Bis zu 73 Wochen Wartezeit
Seit mehreren Jahren fragt die SPÖ bei der zuständigen Landesrätin nach den aktuellen OP-Wartezeiten. „Was 2022 begann, hat sich 2023 verschärft und ist 2024 zu einer handfesten Krise geworden“, so Engleitner-Neu. Am Beispiel einer Knieoperation sieht man, wie sich die Zahlen in den vergangenen Jahren ins Negative entwickelt haben. Waren es im Jahr 2022 noch vier bis 44 Wochen Wartezeit, waren es im vergangenen Jahr bereits 14 bis 73 Wochen. Auch bei Hüft-Prothesen oder bei HNO-Eingriffen entwickelten sich die Zahlen in dieselbe Richtung.

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Die Bevölkerung wird älter, der medizinische Bedarf steigt, aber die Zahl der Eingriffe sinkt dramatisch. Das ist gesundheitspolitischer Irrsinn.

Peter Binder, Gesundheitssprecher und Dritter Landtagspräsident der SPÖ

„Enorme psychische Belastung“
Gleichzeitig würde aber auch die Anzahl der OP-Absagen steigen. „Patienten, die sich auf einen Operationstermin eingestellt haben, werden zunehmend wieder nach Hause geschickt. Das ist nicht nur medizinisch problematisch, sondern auch eine enorme psychische Belastung für die Betroffenen“, ärgert sich SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder. Als Hauptproblem hat die SPÖ den Personalmangel in den heimischen Spitälern auserkoren. Im vergangenen Jahr waren oberösterreichweit 734 Betten wegen fehlenden Personals gesperrt.

Weil unter anderem kein Intensivbett und kein spezialisiertes Herz-OP-Team für eine 55-jährige Mühlviertlerin gefunden wurde, musste diese sterben – die „Krone“ berichtete ausführlich über den Fall aus Rohrbach. Diese Woche noch ist mit einer ersten Analyse der Abläufe zu rechnen.

„Zusammenarbeit statt Krankjammern“
Seitens der ÖVP sieht man die Sache naturgemäß etwas anders und es gibt auch eine Reaktion der Landes-Klubobfrau Margit Angerlehner: „Ich lade die SPÖ einmal mehr dazu ein, mit uns gemeinsam an der Weiterentwicklung des Gesundheitssystems mitzuwirken. Schließlich stellt die Sozialdemokratie dafür auch die zuständige Ministerin. Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um die bestmögliche Gesundheitsversorgung für die Menschen in unserem Land zu gewährleisten. Konstruktive Zusammenarbeit statt Krankjammern ist jetzt gefragt.“

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