Betrieb läuft wieder
Warnstreik am Frankfurter Flughafen beendet
Nur wenige Reisende konnten ihre Maschinen erreichen, weil das Personal an den Passagierkontrollen fehlte. In den Terminals drängten sich zwischenzeitlich Tausende Fluggäste. Der Flughafenbetreiber Fraport rechnet auch am Samstag noch mit Verspätungen. Verdi fordert für die Sicherheitsleute einen einheitlichen Stundenlohn von 16 Euro.
Einige Zehntausend Passagiere waren von dem Streik betroffen, darunter auch etliche aus Österreich. Passagiere, die mit einem Flugzeug nach Frankfurt kamen, um dort in eine andere Maschine umzusteigen, hatten Glück. Sie bekamen vom Streik nur wenig mit. Für jene Passagiere, die in Frankfurt strandeten, waren Feldbetten im Terminal aufgestellt worden.
Bei der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki musste ein Flug gestrichen werden. "Die Passagiere wurden auf den Flieger um 17.00 Uhr umgebucht", erklärte eine Niki-Pressesprecherin am Freitag. Bei AUA und Lufthansa mussten keine Flüge zwischen Österreich und Frankfurt gecancelt werden, sagte ein AUA-Sprecher. "Wir gehen auch davon aus, dass es bei uns zu keinen Ausfällen mehr kommt." Allerdings seien bei der AUA die Rückflüge aus Frankfurt nach Wien zwischen 15 Minuten und einer Stunde verspätet.
AUA: "Fluggäste könnten ohne Gepäck zu Hause landen"
Auch die Gepäckabfertigung war teilweise zusammengebrochen. Der AUA-Sprecher meinte: "Es kann sein, dass die Passagiere ohne ihr Gepäck in Wien landen." Außerdem seien die Schalter gesperrt worden. Zu Mittag hatte sich die Situation in Frankfurt zugespitzt: Wegen des Andrangs wurden die Zugänge zu den Sicherheitskontrollen für den Rest des Tages geschlossen.
Das Problem sei, dass die Passagiere nicht durch die Fluggastkontrolle kämen, bestätigte auch ein Flughafensprecher. In der Früh waren wegen des Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi nur zwei Drittel der Kontrollstationen besetzt. Schwer getroffen von dem Ausstand war die Lufthansa, die knapp 40 Flüge absagen musste.
Das Durcheinander hatte sich bereits in der Früh abgezeichnet: Vor der Sicherheitskontrolle im Terminal 1 stünden 1.000 bis 2.000 Passagiere an, sagte Kristoffer Norberg, der von einer Geschäftsreise aus Saudi-Arabien zurückkehrte. "Die Luft ist stickig, die Stimmung gereizt, ich habe das nicht mehr ausgehalten." Er sei geflüchtet und werde nun mit dem Zug nach Stockholm fahren.
Arbeitnehmer streiken für höheren Lohn
Die Gewerkschaft Verdi hatte die Mitarbeiter aller privaten Sicherheitsfirmen an Deutschlands größtem Flughafen dazu aufgerufen, die Arbeit bis 23 Uhr ruhen zu lassen. In dem Bereich arbeiten 5.000 Beschäftigte. Die Beteiligung an dem Ausstand liege bei über 90 Prozent, sagte eine Verdi-Sprecherin. Die Gewerkschaft will damit ihrer Forderung nach einem einheitlichen Stundenlohn von 16 Euro Nachdruck verleihen. Derzeit verdienen die Fluggast-Kontrolleure 11,70 Euro in der Stunde. "Das ist in einer teuren Stadt wie Frankfurt zu wenig zum Leben", sagte Nsimba Gore, der für die Fraport-Tochter Frasec seit acht Jahren Passagiere durchsucht.
Arbeitgeber: "Das ist kein Warnstreik mehr"
Der Arbeitgeberverband BDSW nannte die Vorstellungen von Verdi überzogen und kritisierte das Vorgehen. "Wenn den ganzen Tag gestreikt wird, ist das kein Warnstreik mehr", sagte BDSW-Geschäftsführer Harald Olschok. Er unterstrich sein Angebot, den Tarifstundensatz in zwei Schritten auf 14 Euro zu erhöhen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 5. März angesetzt.

















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