Bis zu 200 Fälle/Jahr

Forscher fanden Ursache für FSME-Anfälligkeit

Wissen
10.03.2026 08:51
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Österreich werden jährlich 100 bis 200 FSME-Fälle registriert, die häufig noch lange nachwirken. Ein Team der Medizinischen Universität Graz hat jetzt einen zentralen Angriffspunkt des Virus im menschlichen Körper entdeckt. Es verglich die genetischen Daten von ungefähr 1600 Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern miteinander.

Konkret analysierten die beiden Erstautoren Piyush Gampawar und Manfred Sagmeister rund 700.000 genetische Varianten pro Person und verglichen diese mit gesunden Kontrollgruppen. Dabei stießen sie auf eine auffällige Häufung einer genetischen Variante im sogenannten ABCG1-Gen. Dieses ist bisher für seine wichtige Rolle beim Transport von Lipiden (Fetten), insbesondere Cholesterin, bekannt. Es transportiert Cholesterin aus den menschlichen Zellen an die Oberfläche der Zellmembran.

Das Grazer Forschungsteam blockierte das Gen in Laborexperimenten gezielt pharmakologisch. Das Ergebnis: Unter diesen Bedingungen vermehrte sich das FSME-Virus deutlich schlechter. „Unsere Ergebnisse sprechen stark dafür, dass ABCG1 ein zentraler Angriffspunkt des FSME-Virus im menschlichen Körper ist. Wir haben da eine neue Tür aufgestoßen“, sagte Studienleiter Werner Zenz von der Klinischen Abteilung für Allgemeine Pädiatrie der Med Uni Graz. Das seien wichtige Ergebnisse für das Verständnis der genetischen Grundlagen der FSME.

Individuelle genetische Empfindlichkeit
Es sei in der Medizin mittlerweile gut bekannt, dass das Auftreten von Infektionserkrankungen nicht nur vom Kontakt mit einem Erreger, sondern auch von einer individuellen genetischen Empfindlichkeit des Menschen gegenüber dem Erreger abhängt, teilte das Forschungsteam am Dienstag mit. Der Risikofaktor könne ein Schlüssel für neue Behandlungsstrategien sein.

Österreichweit werden jährlich etwa 100 bis 200 FSME-Fälle registriert. Von jenen Erwachsenen, die wegen der kombinierten Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) und des Gehirngewebes (Enzephalitis) im Krankenhaus behandelt werden müssen, zeigt etwa die Hälfte bei der Entlassung eine inkomplette Heilung. Ein Zehntel erleidet während des stationären Aufenthaltes die Lähmung einer Extremität, die Sterblichkeit liegt bei etwa einem Prozent.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis wird vor allem durch den Stich einer infizierten Zecke übertragen, auch der Verzehr von Rohmilchprodukten kann zu einer Virusübertragung führen. Mögliche Symptome sind Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Fieber, Konzentrations- und Gehstörungen. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht.

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