Nazis attackiert?

Prozess gegen Maja T. in Ungarn auf Jänner vertagt

Ausland
08.10.2025 19:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Strafprozess gegen Maja T. in Budapest ist auf Jänner vertagt worden. Der non-binären Person werden Körperverletzungen bei Protesten gegen Rechtsextreme im Februar 2023 vorgeworfen. T. drohen deshalb bis zu 24 Jahre Haft.

T. wurde im Dezember 2023 in Berlin verhaftet und im Juni 2024 nach Ungarn ausgeliefert. Die Person hat die deutsche Staatsbürgerschaft, die Anwältinnen und Anwälte forderten die Rücküberstellung – doch bisher vergeblich. Der Prozess in Budapest begann im Februar dieses Jahres. Die nächsten Verhandlungstage sind der 14., 16., 19. und 22. Jänner 2026, wie am Mittwoch bekanntgegeben wurde.

Maja T. soll zusammen mit Mitgliedern der deutschen „Hammerbande“ im Februar 2023 an Angriffen gegen tatsächliche, aber auch vermeintliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Neonazi-Aufmarsches beteiligt gewesen sein. T. äußerte sich zu den konkreten Vorwürfen bisher nicht.

Die Person, die sich nicht ausschließlich als männlich oder weiblich definiert, wirft dem Richter vor, dass dieser nicht an einem fairen Verfahren interessiert sei. Tatsächlich wurde der Prozess in Teilen der ungarischen Öffentlichkeit stark politisiert. Erst vor zehn Tagen stufte Ministerpräsident Viktor Orban die Antifa per Verordnung als „Terrororganisation“ ein. Dieser Bewegung, die aus der linken bis linksextremen Szene kommt, wird auch Maja T. zugerechnet.

T. beklagt schlechte Haftbedingungen und trat deshalb im Juni einen rund 40-tägigen Hungerstreik an (siehe Video oben). Ein Termin für ein Urteil zeichnet sich bisher nicht ab. Derzeit läuft noch das Beweisverfahren, in dem Zeuginnen und Zeugen angehört sowie Dokumente und Videoaufnahmen vorgelegt werden.

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